Die Pfarre Wallern feierte am 16. September das 30-Jahr-Jubiläum ihrer Kirchweihe: Auffallend bei dem Fest war nicht nur die große Anzahl der Ministrant/innen, sondern deren Alter. In der Pfarre gibt es eine Reihe jugendlicher und erwachsener Ministranten.
Ausgabe: 2012/39, Wallern, Sakristei, Christian Kellmair, Ministranten, Großauer, Kirchweihe
Christian Kellmair führt die Ministrantenschar von Wallern an – altersmäßig gesehen. Der 24-Jährige ist seit der Erstkommunion mit Leib und Seele Ministrant. „Es ist einfach schön und die Gemeinschaft gefällt mir“, sagt der Gartenpfleger. Er hat sich als ein Ein-Mann-Unternehmen selbstständig gemacht. „Irgendwie vergeht Kirchenjahr um Kirchenjahr und plötzlich ist man 20 – und noch immer Ministrantin“, lacht die Physiotherapeutin Johanna Großauer. Sie erinnert sich noch, als wäre es gestern gewesen, an die Aufregungen, die mit dem Dienst am Altar verbunden waren: das erste Mal den Altartisch abräumen, dann kam das Läuten mit den Glocken und schließlich das Weihrauchfass. Die HTL-Schülerin Teresa Buchegger betont, dass neben der Gemeinschaft für sie der Glaube eine wesentliche Motivation für das Ministrieren ist: „Da kann ich etwas für den Herrn tun.“ Dankbar für die Großen. Pfarrer Gerhard Schwarz freut sich, dass der Mini-Dienst in Wallern nicht mit dem Pflichtschulalter endet: „Ich bin dankbar und ich schätze das, dass sie alle so verlässlich sind und gerne kommen. Das ist aber nicht mein Verdienst.“ Da widersprechen ihm seine Ministranten heftig. Das Klima der Freundlichkeit, Geduld und Toleranz, das in der Sakristei herrscht, trägt wesentlich dazu bei, dass sie alle noch dabei sind. In der Sakristei gibt es auch kein „Sie“. Im Erstkommunionalter sagen die Kinder ohnedies: „Du, Herr Pfarrer“, und das bleibt dann einfach so, erzählt Pfarrer Schwarz schmunzelnd.
Klein und Groß auf Miniausflug. Auch die langjährige Ministrantenchefin Gertraud Pucher ist um die Unterstützung der „Großen“ froh. Das nimmt bei den Hochfesten viel an Anspannung. Anna Mallinger, Studentin an der BOKU in Wien, ministriert zwar nicht mehr, geht aber an den Festen selbstverständlich in die Sakristei, hilft den „Kleinen“ beim Anziehen und steht für die vielen Handgriffe zur Verfügung, die oft zu tun sind. Für die kleinen Minis sind die Großen natürlich Vorbilder, zu denen man aufschaut. Und trotzdem gibt es keine Trennung. „Wir sind eine bunte, lustige Schar. Wir fahren auch alle miteinander auf Ministrantenausflug“, sagt Mallinger. Überzeugung strahlt aus. Ob sie Arbeits- oder Schulkollegen verspotten, wenn sie als Erwachsene im Ministrantengewand am Altar stehen? – Man hört eher ein respektvolles „Aha“ meinen einige, die Mechanikerin Anja Auinger schränkt ein wenig ein und sagt: „Naja.“ Das Engagement, das die Jugendlichen und Erwachsenen durch ihren Ministrantendienst zeigen, überträgt sich auf die Mitfeiernden, erklärt Pfarrer Schwarz den „guten Geist“, den er bei den Gottesdiensten spürt. Überdies bilden die „Großen“ den Kern der pfarrlichen Kinder- und Jugendarbeit.