Michael Hammer ist Obmann der Mühlviertler Pendler-Allianz und vertritt damit die Interessen von 40.000 Menschen, die täglich aus dem Mühlviertel in den Zentralraum zur Arbeit fahren. Die meisten, so Hammer, fahren am frühen Morgen los und gleich nach Arbeitsschluss wieder nach Hause. Viele nutzen den Aufenthalt in der Stadt auch für die täglichen Einkäufe. Daher kommt es zu einem erheblichen Kaufkraftabfluss. Fast alle seien Tagespendler, sagt Hammer. Der Altenberger ist selbst einer von denen, die täglich zwei lange Fahrten in Kauf nehmen. Er kennt sogar Menschen, die täglich aus sehr entfernten Gemeinden wie Klaffer, Schwarzenberg oder Waldhausen auspendeln und damit drei Stunden unterwegs sind. Diese Mühsal sei die Kehrseite der Heimatliebe. Ein Mühlviertler bleibe einfach seiner Heimat treu, stellt Hammer fest. Für die hohe Lebensqualität am Land nehmen viele die Pendelei in Kauf. Daneben gebe es aber auch Neo-Mühlviertler, die aus der Stadt in den sogenannten Speckgürtel ziehen und ihre urbane Lebensweise beibehalten. Prinzipiell will Hammer das Pendeln vereinfachen, sei es durch den Vorantrieb des Westrings oder der RegioTram nach Pregarten. Nachholbedarf sieht Hammer generell bei der Infrastruktur für Pendler. Er tritt für leistungsfähige Park-and-Ride-Systeme ein. Das Problem Stau beginne nicht im Mühlviertel, sondern erst an den Stadteinfahrten. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln allein sei das Problem jedenfalls nicht zu lösen. Helene Manzenreiter aus Schenkenfelden, die bei der Katholischen Jugend im Linzer Diözesanhaus arbeitet, bezeichnet sich selbst als „richtige“ Mühlviertlerin. Sie mag die Landschaft und die frische Luft. Alles sei so freundlich, sagt sie, auch die Menschen. Diese seien hilfsbereit und naturverbunden. Sie bildet jeden Tag mit ihren Eltern, die ebenfalls in Linz arbeiten, eine Vierer-Fahrgemeinschaft. Um fünf muss sie bereits auf, denn um sieben Uhr fängt sie zu arbeiten an.