Etwas verwundert lese ich den Aufmacher einer neuen Pressemeldung: „Paare, die sich Hausarbeit teilen, haben höhere Scheidungsrate!“ Wie bitte? Das schau ich mir genauer an und stoße auf eine norwegische Studie, die im gleichen Artikel von einem österreichischen Experten, der die gegenteilige Meinung vertritt, kommentiert wird. Jetzt kann ich es mir also aussuchen, gut! Bei diesem Thema auch nicht schlimm, da sind die Fronten daheim sowieso schon längst geklärt und wir sind beide zufrieden damit.
Aber das ist ja nur ein Beispiel gewesen. Denn täglich werden uns Aussagen, Studien oder Expertisen präsentiert, untermauert durch die allgegenwärtige Meinungs- und Marktforschung. Längstens eine Woche darauf erfahren wir, dass eigentlich das Gegenteil der Fall ist, ebenfalls gestützt durch eine repräsentative Umfrage. Die Themen sind (fast) austauschbar: Studiengebühren, Wehrpflicht, Schulfragen, Gesundheitspolitik oder andere. Rein zufällig habe ich dabei oft das Gefühl, die Interessen der Auftraggeber einer Studie werden bestätigt – Zufälle?
Nur bei den Wettervorhersagen tu ich mir schwer. Stimmt der Sonnenschein oder der Regen? Und wer hat welche Vorhersage bestellt? Und warum?