Vor 50 Jahren beim Konzil, da passte es in der katholischen Kirche. Der Papst hatte die Fenster aufgestoßen, ein Feuer entfacht. Ein Kommentar von Matthäus Fellinger.
Man macht es wie sonst auch: ein wenig Papier, kleingespaltenes Holz, Scheiter. Ein Streichholz. Doch es will nicht brennen und statt wohliger Wärme kommt nur beißender Rauch aus dem Ofen. Bei Niederdruck ist es nicht einfach, ein Feuer in Gang zu bringen.
In der Kirche herrscht dicke Luft
Vor 50 Jahren, da passte es. Der Papst hatte die Fenster aufgestoßen. Sauerstoff kam herein. Der Funke sprang über. Ein Feuer kam in Gang, erwärmte die Welt. Und heute? Gerade in Übergangszeiten wäre es so gut, sich an den Kacheln zu wärmen, aber gerade in solchen Zeiten ist es schwierig, das Feuer in Gang zu halten. Es herrscht Tiefdruckwetter in der Kirche. Von oben drückt es am Kamin – es fehlt am Zug nach oben – und unten herrscht dicke Luft. Liegt es am Brennstoff – viele meinen ja, in der Kirche wäre zu vieles modrig geworden. Und modriges Holz erzeugt nur Qualm. Liegt es am Mangel an Sauerstoff – der Begeisterungsfähigkeit für das Evangelium? Liegt zu viel Asche über der Glut? Hätte der Kamin nicht durchgekehrt werden müssen – ein struktureller Mangel im Heizsystem Kirche sozusagen? Die sich auskennen sagen, dass man selbst mit Asche sehr vorsichtig umgehen muss. Ein Funke genügt, und alles kommt wieder in Gang. Das wäre Hoffnung.