Zum Urteil gegen den Ex-Diener des Papstes: Dass wenig nachgeforscht wurde, hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Ein Kommentar von Hans Baumgartner.
Um die Glaubwürdigkeit der Kirche – in ihrem Leben und in ihrer Verkündigung – geht es bei der am Sonntag begonnenen Bischofssynode. Der Prozess gegen den päpstlichen Kammerdiener Paolo Gabriele ist dazu nur eine „Randnotiz“. Aber eine Kirche, die nicht erst seit den vielen vertuschten Missbrauchsfällen im Verdacht steht, über alles, was ihr „Leuchten“ verdunkeln könnte, den Mantel des Schweigens zu breiten, hätte den Prozess anders gestalten müssen. Der „Einzeltäter“ kam gelegen, da wurde nicht lange nachgefragt – nicht bei genannten Zeugen, nicht bei der Kardinalskommission, die eigene Ermittlungen angestellt hatte. Was bleibt: ein schaler Beigeschmack.