Temelin-Konflikt als Teil der gemeinsamen Geschichte
In einem offenen Brief an Landeshauptmann Josef Pühringer wünschen sich Oberösterreichs Atomgegner eine Thematisierung der Atomfrage im Rahmen der grenzüberschreitenden Landesausstellung 2013.
Mit dem geplanten Bau zweier weiterer Reaktoren in Temelin sieht „Atomstopp Oberösterreich“ sogar neue Bedrohungsszenarien für die Bevölkerung. Auch die Frage der Endlagerung des Atommülls ist laut der Plattform ungelöst. Dass das Thema „Temelin“ im Rahmen der gemeinsamen Landesausstellung mit Südböhmen auf jeden Fall einen Platz erhalten muss, dafür tritt auch Landeshauptmann Pühringer ein. Der Konflikt sei Teil der gemeinsamen Geschichte. Allerdings pflege man zur Region Südböhmen ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis, während Temelin-relevante Entscheidungen in Prag gefällt werden. Pühringer betont, dass niemand Angst haben brauche, dass sich Oberösterreich in der Atomfrage zurücklehne. Im Gegenteil: Man werde die gute Nachbarschaft für das gemeinsame Ziel nutzen, denn Atomgegner gebe es in Südböhmen genauso wie in Oberösterreich. Als zynisch bezeichnet Pühringer aber die Haltung Prags, im Rückzug anderer europäischer Staaten aus der Kernenergie eine Chance für die eigene Stromproduktion zu sehen. Und auch die Atomunfälle in Japan hätten in Tschechien kein Umdenken in der Atompolitik bewirkt, kritisiert der Landeshauptmann. Dafür dürfe man aber nicht die Bevölkerung unseres Nachbarlandes strafen. Tschechien sei außerdem ein wichtiger Handelspartner. Der Weg der Verständigung führe über die Kultur. Damit bestehe auch die Chance, dass sich die Zusammenarbeit verbessere.