Väterkarenz: Ein Vierjähriger und eine Zweijährige sind bald quasi meine Dienstgeber. Mit denen ich noch ausmachen muss, ob ich überhaupt eine Mittagspause machen darf.
Das Arbeitsjahr, das gerade angefangen hat, wird für mich ein relativ kurzes sein. Ab Frühjahr gehe ich sechs Monate in Väterkarenz. Ein Vierjähriger und eine Zweijährige sind dann quasi meine Dienstgeber. Mit denen ich noch ausmachen muss, ob ich überhaupt eine Mittagspause machen darf. Ich befürchte: eher nicht. Über Kinderbetreuung weiß ich zumindest schon so viel, dass ich für meine Karenz das Wort Urlaub nicht in den Mund nehmen werde. Vielleicht werde ich mich manchmal sogar nach dem Büro sehnen. Wenige Väter gehen in Karenz, umso mehr Kampagnen hat es in letzter Zeit dazu gegeben. Das plakative Rollenvorbild geben überdurchschnittlich oft vor Männlichkeit strotzende Typen. So soll wohl dem Weichei-Image von Männern in Väterkarenz begegnet werden. Ich selbst glaube nicht, dass ich als Karenzpapa zu den „coolen Jungs“ gehören werde. Ist mir auch egal, ich muss nicht überall dabei sein. Mein Sohn beschäftigt sich ebenfalls bereits mit dem Thema. Wie er unlängst gesagt hat: „Wenn die Mama zu Hause ist, ist das schön, weil die immer das macht, was ich mag. Wenn der Papa zu Hause ist, passt das auch. Er macht auch immer das, was ich mag. Mir ist wurscht, wer zu Hause ist.“ So pragmatisch kann man Väterkarenz eben auch sehen.