Pfarrer und Generaldechat Franz Wild über das Ernstnehmen der Menschen und darüber was religiöse und fromme Formalismen bewirken.
Ausgabe: 2012/42, Pfarrer Franz Wild, Generaldechant, Ökumene, Frieden
16.10.2012
- Josef Wallner
Pfarrer Franz Wild leitet seit 26 Jahren die Pfarre Traun und ist Generaldechant der Diözese Linz. In seiner pastoralen Arbeit versucht er sich so konsequent wie möglich am Zweiten Vatikanischen Konzil zu orientieren, dessen Eröffnung vor 50 Jahren in diesen Tagen weltweit gefeiert wird.
Von der Ökumene über den Frieden bis zu den nicht christlichen Religionen hat das Konzil viele Themen angesprochen. Was ist aus Ihrer Sicht die Botschaft des Konzils im Blick auf eine Pfarre? Franz Wild: Das Konzil hat eine bewusste, positive Hinwendung zur Welt, zu den Menschen vollzogen. Das heißt, dass die Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation ernst genommen werden. Für uns stellt sich die Frage: Wie können wir als Kirche den Menschen mit der Botschaft des Evangeliums Hilfe für ihr Leben bringen? Das Konzil ermutigt uns, mit Freude und Zuversicht auf die Leute zuzugehen: Das Evangelium ist für die Menschen da. Das verbietet uns, um uns selbst zu kreisen, und erfordert immer wieder Veränderung. Wir brauchen davor keine Angst zu haben. Wir dürfen uns nicht mit religiösen oder frommen Formalismen den Weg zu den Menschen verbauen.