Kopf der Woche: Dr. Anna Findl-Ludescher. Sie ist ist eine der renommiertesten Teresa von Avila-Expertinnen. Theologie habe für ein gutes und gelungenes Leben viel zu sagen, ist sie überzeugt.
Seit 23 Jahren – unterbrochen nur durch zwei „Kinderpausen“ – arbeitet Anna Findl-Ludescher am Institut für Praktische Theologie der Universität Innsbruck. Ursprünglich wollte die gebürtige Vorarlbergerin (Klaus) Germanistik als Hauptfach und Theologie als Zweitfach studieren. An der Theologie habe sie vor allem die Vielseitigkeit des Faches gereizt. Doch bald wurde die Theologie zu ihrer Leidenschaft.
Priester und Psychotherapeut
Zu Beginn ihrer Laufbahn als Uni-Assistentin hatte sie das Glück, so Findl-Ludescher, „dass ich zwei Chefs hatte, die beide Priester und Psychotherapeuten waren. Vor allem mit P. Clemens Schaupp haben wir sehr viel Praktisches in Richtung Spiritualität gemacht, etwa für die Ausbildung von Begleiter/innen von ,Exerzitien im Alltag‘ oder auch für die spirituelle Bildung unserer Student/innen. Damals hat mich sehr stark interessiert, wie unterschiedlich Menschen glauben – die einen führt das in eine unglaubliche Freiheit und Vitalität, die anderen macht es eng, ängstlich und rigide.“ Im Laufe der Jahre hat sich das Interesse der heutigen Assistenzprofessorin stärker in Richtung Gemeinde und Kirche entwickelt. Sie hat sich viel mit dem Wandel in der Kirche und den daraus entstehenden Seelsorgeräumen etc. befasst und arbeitet in einer österreichischen Projektgruppe mit, die sich darüber regelmäßig offen austauscht. In letzter Zeit habe sich ihr Blick noch einmal geweitet, mit dem Fokus auf „die Welt“ hin, weil sie überzeugt sei, dass die Theologie zu einem „guten Leben“ viel zu sagen hätte.