Unter uns: Die KirchenZeitung auf den Fingernägeln
Als meine Tochter Lisa kleine Stücke von KirchenZeitungs-Seiten abriss, ins Wasser tauchte und das feuchte Papier auf ihre Fingernägel legte, war ich etwas irritiert.
„Das ist doch cool“, erklärte sie und zeigte mir einen Fingernagel, auf dem bereits einige Worte aus der Zeitung gedruckt waren. Sie hat nicht unrecht. Statt nach irgendeiner ausgefallenen Nagellackfarbe zu suchen, ist das einmal der etwas andere Schmuck von Fingernägeln: Man trägt hellen Nagellack als Grundierung auf, presst kleine, nasse Zeitungspapier-Schnipsel auf die Nägel, zieht sie – nachdem sie getrocknet sind – ab und fixiert das Ganze mit farblosem Lack. Das schaut nicht nur originell aus, es tun sich mit dieser Art von Schmuck der Fingernägel ungeahnte Möglichkeiten der Werbung auch für die Kirche auf: einfach, kostenlos, weil die Zeitung ja schon bezahlt ist, und effektiv. Botschaften wie: „Liebe deinen Nächsten“ haben allemal auf einem Nagel Platz. Oder nehmen wir als Beispiel den Hirtenbrief der österreichischen Bischöfe, der kürzlich die vier Mittelseiten der KiZ einnahm. Wenn man – natürlich nach gründlicher Lektüre – diese Seiten an Schülerinnen mit der Bitte verteilt, ihre Fingernägel damit zu verzieren, kommt das Schreiben an Orte, die man nie für möglich gehalten hätte.