Reichlich Gebrauch machten die über 250 Männer und Frauen von der Möglichkeit, der KMB-Diözesanleitung ihre Anliegen mitzuteilen. Im kommenden Jahr sollen diese „Männeranliegen“ verstärkt zur Sprache kommen. Einem unter Männern eher wenig besprochenen Thema galt das Augenmerk des Diözesantages selbst: dem Leiden unter Leistungsdruck und Burnout. Der ehemalige Primarius der Landesnervenklinik, Dr. Werner Schöny, ermunterte, Signale der Überforderung rechtzeitig ernst zu nehmen. Unsere Gesellschaft sei enorm von Angst geprägt. Besonders Leute in Berufen, in denen man viel mit Menschen in Berührung kommt, seien von Depressionen und Burnout überdurchschnittlich betroffen.
Anstand in der Politik
Diözesanobmann Franz Gütlbauer sprach sich in einer Zehn-Punkte-Erklärung für mehr „Anstand“ in der Politik aus. „Wir brauchen anständige gemeinwohlorientierte Politiker.“ Einzelne „schwarze Schafe“ dürften jedoch nicht zu Politikverdrossenheit führen. Gütlbauer plädierte auch dafür, Frauen in der Kirche mit „neuen Möglichkeiten der Mitwirkung entgegenzukommen“. Für die Kirche stellte Gütlbauer die Haltung des jüngst verstorbenen Kardinals von Mailand Carlo Maria Martini in den Raum: Es muss die Angst abgelegt und mutig vorangegangen werden. Reformen gelte es, Schritt für Schritt umzusetzen, von „überholten, änderbaren Festlegungen“ müsse die Kirche sich verabschieden. Ein würdigendes Bekenntnis zu Oberösterreichs Bauern und Bäuerinnen als Kulturträger/innen verband Gütlbauer auch mit einer Absage an die Produktion von Agrosprit. Man müsse mehr auf Energiesparen und Energieeffizienz setzen, statt in der Dritten Welt Menschen die Flächen für Nahrungsmittelproduktion wegzunehmen. Erklärungen der KMB auf http://kmb.dioezese-linz.at/erklaerungen2012