Sie sei ein sehr neugieriger Mensch, der gerne unter die Oberfläche schaue, sagt Manuela Strihavka, Sendungsverantwortliche für Kultur und Wissenschaft bei ORF III. „Und weil wir auch an den Feiertagen Programm machen, war die Frage naheliegend, was bedeuten eigentlich diese Feiertage für uns, außer dass wir frei haben. Was wissen wir überhaupt noch über deren – meist religiösen – Wurzeln?“ Mit der Idee, zu den Feiertagen Kurzdokumentationen zu machen, wandte sie sich an Golli Marboe von Makido-Film, „weil ich wusste, der hat einen fundierten Hintergrund.“ Von Marboe, der schon die Reihen über die Donau- und Alpenklöster gestaltet hat, kam dann die Idee, die 26 Folgen in Klöstern anzusiedeln. „Wir wollten aber keine Verkündigungsreihe machen, sondern so etwas wie lebendig gestaltete ,Widerhaken‘ im Programm, die auch weniger gläubige Menschen einladen, innezuhalten und dem Rhythmus im Jahr Raum zu geben.“
Im Gehen. Manuela Strihavka kommt aus Stadl-Paura (OÖ). In Salzburg und Wien studierte sie Germanistik „aus Leidenschaft“. Dem Einwand ihres Vaters, was sie damit anfangen wolle, setzte sie eines ihrer Lebensmottos entgegen: Die Wege entstehen beim Gehen. Sie arbeitete dann beim Festival „Sommerszene“ in Salzburg mit und konnte dort ihre zweite Leidenschaft – Film – einbringen. Nach einem Jahr in New York wurde sie freie Mitarbeiterin beim ORF und baute ab 1997 die Spartensender TW1 und ORF III mit auf. Die beste unter ihren vielen „Produktionen“ sei ihr heute 10-jähriger Sohn Leonhard, sagt sie lachend.