Pensionist kehrt zu den Wurzeln seiner Jugend zurück
„Wir müssen den Menschen wieder in die Mitte stellen“, sagt Johannes Labner, der neue Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer/innen-Bewegung Österreichs.
„Jeder Lehrling ist mehr wert als alles Gold der Erde.“ Dieses Wort von Kardinal Cardijn, dem Gründer der Katholischen Arbeiterjugend (KAJ), war für den jungen Johannes Labner ein Weckruf, der ihn bis heute wach hält, die Kirche als „Dienerin der Menschen“ zu sehen. Zunächst hat er in seiner Pfarre Seitenstetten die Leitung einer KAJ-Gruppe übernommen. Mit dem KAJ-Abzeichen ging er als Lehrling in die „roten“ Steyr-Werke und wurde dabei mit nicht immer freundlichen Fragen konfrontiert. „Weil ich Antworten geben wollte, beim Pfarrer aber keine Unterstützung fand, besuchte ich den Grundkurs der Katholischen Sozialakademie und erlebte dort den ,tollen‘ Konzilsaufbruch.“ Trotz mehrerer Angebote entschloss sich Labner in den kirchlichen Dienst zu gehen, wurde Diözesan- und Bundessekretär der Katholischen Jugend, Chefredakteur der Jugendzeitschrift „Die Wende“ und Pressereferent der Diözese Graz unter Bischof Weber.
Schatz. Dass er in der Pension wieder zu den Wurzeln seiner Jugend zurückkehrte, zunächst in der KAB Graz und jetzt als Bundesvorsitzender, habe damit zu tun, dass „die Kirche zu wenig nahe bei den Menschen und ihren Sorgen ist.“ Sie sei durch den Rückstau an längst fälligen Reformen zu sehr mit sich selber beschäftigt und lasse den großen Schatz ihrer Soziallehre links liegen, meint Labner. Er aber ist überzeugt, dass „wir angesichts des wachsenden Druckes auf dem Arbeitsmarkt, der ungleichen Einkommensverteilung etc. den Weg mit den Menschen gehen müssen und da auch was zu sagen haben.“