Kirche und Sport. In dem Bad Ischler Stadtteil Pfandl ist das ein selbstverständliches Paar. Die Diözesansportgemeinschaft (DSG) leistet für die Pfarre wichtige Integrationsarbeit.
In Pfandl könnte man meinen, die Zeit sei stehen geblieben. Während in vielen Pfarren das Sportengagement über die Jahre nachgelassen hat, ist der örtliche DSG-Verein mit stolzen 350 Mitgliedern lebendig wie eh und je. „Wir haben eine aktive Nachwuchsarbeit“, führt DSG-Pfandl-Obmann Otto Rothauer als einen Faktor an. Besonders deutlich wird das etwa durch die eigene Kinderschiene beim alljährlichen Dammlauf der DSG Pfandl am Pfingstmontag (Bild oben), die sehr beliebt ist. Ziemlich einzigartig in Oberösterreich ist zudem die enge Zusammenarbeit der Pfarre mit den Sportler/-innen. Das zeigt sich zu Fronleichnam, wenn eine Sportler/innen-Gruppe bei der Prozession in Trainingsanzügen mitmarschiert. Oder an der Person von Pfarrsekretär und Diakon Alois Wiesauer, der als Pfarrverantwortlicher auch im Vorstand der DSG tätig ist. Und nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht: Durch ihre Flohmärkte konnte die DSG über die Jahrzehnte hunderttausende Euro für die Pfarre beisteuern. Glaube und Sport passen zusammen. Das Sportprogramm umfasst bei der DSG Pfandl viele Bereiche: von Pilates über Wandern bis hin zum Wintersport. Speziell im Tischtennis und im Laufen wird der sportliche Ehrgeiz ausgelebt. Obwohl für die DSG Pfandl daraus erfreulicherweise Spitzenergebnisse resultieren, ist Siegen um jeden Preis nicht die Devise, wie Franz Streibl betont: „Bei Niederlagen fragt man sich schon, wie man sich als Christ richtig verhält“, erzählt der Kulturwart des Vereins. Generell haben für ihn Glaube und Sport auf jeden Fall etwas miteinander zu tun. „Wenn ich beim Skifahren in den Bergen unterwegs bin, fange ich manchmal ganz automatisch das Rosenkranzbeten an.“ Dass es in der Salzkammergut-Pfarre mit dem Sport keine Berührungsängste gibt, ist ein großes Verdienst von Altpfarrer Johann Schlosser. Der Langzeit-Pfarrer von Pfandl, der vor wenigen Wochen verstorben ist, war sehr sportbegeistert. „Er war eigentlich überall dabei“, sagt Franz Streibl. Der Sport wirkt in Pfandl auf mehreren Ebenen integrativ. Etwa dadurch, dass das Einzugsgebiet der DSG Pfandl die ganze Region von Ebensee bis Hallstatt umfasst. Außerdem bringt der Sport immer wieder neue Leute in Kontakt mit der Pfarre Pfandl. „Bei unseren Veranstaltungen sehe ich viele Leute, die nicht jeden Sonntag in der Kirche sind. Die DSG ist bei uns eine moderne Form der Katholischen Frauen- und Männerbewegung“, ist für Franz Streibl die Sportschiene kein veraltetes, sondern vielmehr ein zukunftsweisendes Konzept.