„Das ist lieb, dass die Schüler/innen zu uns kommen“, sagt eine ältere Frau, die sich am Gespräch mit zwei Schülerinnen beteiligt. – 20 Jugendliche der 6a des Rieder Gymnasiums gehen wöchentlich für zwei Stunden ins Bezirksalten- und Pflegeheim in Ried/I.
Backen, singen, plaudern, spielen. Da backen Schülerinnen mit Bewohnerinnen Kekse, dort spielen Schüler mit älteren Damen „Mensch ärgere dich nicht“ und „Halma“. Da sitzen Schülerinnen mit Bewohnerinnen zusammen und singen zum Abschluss noch adventliche Lieder, dort gibt es ein angeregtes Gespräch über den Schulalltag einst und heute ... Im Bezirksalten- und Pflegeheim am Riedberg in Ried senken an diesem 4. Dezember – wie immer dienstags – 20 Jugendliche den Altersdurchschnitt. Zu welcher Gruppe man schaut, überall merkt man gute Laune.
jung & alt. Religionslehrer Gottfried Tischler hat vor 19 Jahren schon das 1996 mit dem KirchenZeitungs-Solidaritätspreis ausgezeichnete Projekt „isoliert? – integriert!“ (siehe Kasten rechts) ins Leben gerufen. Vor fünf Jahren begann er ein neues Projekt: jung & alt. Schüler/innen einer 7. Klasse (heuer kommen sie ausnahmsweise aus einer 6. Klasse) gehen ein ganzes Jahr in der Doppelstunde Religion ins Altersheim. Dort verbringen sie gemeinsame Zeit mit Bewohner/innen. Das alles geschieht freiwillig, man darf jederzeit auch wieder aus dem Sozialprojekt aussteigen.
Schaut cool aus. „Die Burschen sind prima“, lobt eine ältere Frau ihre Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielpartner. Auch diese haben nur Komplimente für die Bewohner/innen. Als eine fürs Foto das Kopftuch abnimmt und unsicher wegen der Lockenwickler ist, die sie im Haar hat, meint einer der Burschen: „Schaut eh cool aus!“ Es schaut insgesamt cool aus, wie die jungen Schüler/innen mit den Altenheim-Bewohner/innen gemeinsam etwas machen. „Es ist lustiger als lernen“, sagt ein Schüler. Und obendrein gibt es hier auch viel Lob: „Sie sind nett“, sagt eine Frau. Und eine andere meint: „Sie reden mit einem, es ist ganz schön mit den Mädels.“ Zum Abschied meint einer der Burschen: „Nächste Woche san ma eh wieder da!“ Das Wiederkommen stärkt die Vorfreude auf willkommene Abwechslung.