Für Kreuze. Kardinal Christoph Schönborn plädierte am Sonntag in der ORF-Pressestunde mit dem Verweis auf die inhaltliche Botschaft des Kreuzes für dessen Präsenz im öffentlichen Raum. Das Kreuz sei unter anderem ein Zeichen der mehrheitlichen Kultur und Religion in Österreich. Angesprochen auf den Rückgang beim Messbesuch sagte Schönborn, es gebe in Österreich viel Großherzigkeit und Hilfsbereitschaft. Auch wenn sich dies nicht immer im Kirchenbesuch ausdrücke, seien„die Grundwerte doch bei vielen das, was im Evangelium steht“. Solange er bei vielen Menschen diese Haltung feststellen könne, sei es um die christlichen Grundwerte nicht so schlecht bestellt.
Karfreitag. Eine interessante Wendung nimmt der Prozess jenes konfessionslosen Arbeitnehmers, der wegen Diskriminierung geklagt hatte, weil am Karfreitag evangelische und altkatholische Christen frei haben: Österreichs Oberste Gerichtshof wandte sich mit einem Vorabentscheidungsersuchen an den Europäischen Gerichtshof. Aus der Wirtschaft heißt es, einen zusätzlichen Feiertag für alle könne man sich nicht leisten.
Taufen. Über vierhundert Erwachsene – mehr als seit vielen Jahrzehnten – werden heuer in Österreich während den katholischen Auferstehungsfeiern in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag getauft. Hauptgrund sind viele Taufbewerber aus der Gruppe der Flüchtlinge.
Katholiken weltweit. Die Zahl der Katholiken weltweit beträgt inzwischen 1,285 Milliarden. Das geht aus statistischen Daten hervor, die der Vatikan veröffentlichte. Demnach war im Fünfjahreszeitraum von 2010 bis 2015 (Jahr der aktuellen Zahlen) ein „kräftigerer Anstieg“ von 7,4 Prozent zu verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahr 2014 wuchs die globale Katholikenzahl jedoch langsamer. Deutliche Unterschiede zeigen sich in der kontinentalen Betrachtung: Den prozentual größten Zuwachs verzeichnete Afrika mit 19,4 Prozent mehr Katholiken seit 2010. Die Lage in Europa beschrieb der Vatikan als stabil (ein Plus von weniger als 0,3 Prozent).
Fußwaschung. Papst Franziskus wäscht am Gründonnerstag Häftlingen die Füße. Wie der Vatikan mitteilte, begibt er sich dazu in ein Gefängnis in Paliano, 60 Kilometer von Rom gelegen. Bereits 2013 und 2015 wusch Franziskus Häftlingen die Füße.
Piusbruderschaft. Papst Franziskus kommt der von Rom getrennten traditionalistischen Piusbruderschaft einen weiteren Schritt entgegen: Ortsbischöfe dürfen der Gemeinschaft künftig Eheschließungsfeiern erlauben, die dann auch von der katholischen Kirche als legal anerkannt werden. Angesichts dessen erneuerte der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück seine Kritik: Eine Aussöhnung unter der Devise der Barmherzigkeit dürfe nicht die weiterhin bestehenden „fundamentalen Lehrdifferenzen“ unterschlagen.