Viele Österreicher/innen flüchten bis zum Kriegsausbruch am 1. September 1939 vor dem Terror der Nationalsozialisten. Allein nach Großbritannien (oft über Prag) sind es mehr als 27.000 Personen.
Ausgabe: 2013/14, NS-Herrschaft, Anschluss
03.04.2013
März und April 1938. Schon in den ersten Wochen der NS-Herrschaft kommt es durch „wilde“ Arisierungen jüdischen Eigentums zu Zerstörungen und Plünderungen.
1. April. Der erste Transport nach Dachau betrifft 151 Prominente (Mandatare der Regierungspartei Vaterländische Front, der Sozialdemokraten und Kommunisten sowie 60 jüdische Persönlichkeiten). Unter den nach Dachau Gebrachten sind: Friedrich Bock, späterer VP-Vizekanzler, der Wiener SP-Stadtrat Robert Danneberg, Wiens Bürgermeister Richard Schmitz, Niederösterreichs Landeshauptmann Josef Reither, die späteren Bundeskanzler Leopold Figl und Alfons Gorbach, der spätere ÖGB-Präsident und Innenminister Franz Olah, Viktor Matejka ...
März und April 1938. Zu den ersten Opfern gehört Burgenlands, vom Dollfuß-Regime eingesetzter Landeshauptmann, Ing. Hans Sylvester. Als ihn die Nazis verhaften, sagt er seiner Familie zum Abschied „Glaubt an Gott, glaubt an Österreich.“ Ein Jahr später wird er im Konzentrationslager Dachau ermordet. Oberösterreichs Landeshauptmann Heinrich Gleißner (1934 bis 1938) wird am 15. März im Stift Schlägl verhaftet und am 24. Mai ins KZ Dachau eingeliefert. Der 1930 aus der Partei ausgeschlossene Tiroler christlich-soziale Mandatar Richard Steidle wird im März 1938 verhaftet und ins KZ Buchenwald gebracht. Dort stirbt er am 30. August 1940.
Nächster Teil der Serie: Politik der Drohungen