Mit Vorschlägen für die Neuordnung des Finanzsektors haben sich die katholischen „Justitia et Pax“-Kommissionen aus 31 Ländern Europas zu Wort gemeldet.
Ausgabe: 2013/14, Finanzwirtschaft, Krise, Justitia et Pax, Verhaltenskodex
03.04.2013
Konkret werden die Regierungen aufgefordert, einen ethischen Verhaltenskodex für Finanzinstitute zu vereinbaren, der diese zu Transparenz, Rechenschaftspflicht, Achtung der Menschenrechte, Steuergerechtigkeit und zu einer gerechten Verteilung von Gewinnen verpflichtet. Ein weiterer Punkt fordert eine rechtliche Verpflichtung für Unternehmen zur vollständigen und transparenten Offenlegung aller Aspekte ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten, um damit „das Problem von Steuerflucht und Steueroasen anzugehen“. Erneut plädieren die 31 „Justitia et Pax“-Kommissionen, der Verpflichtung nachzukommen, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die öffentlichen Gelder zur Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen. Auch gelte es eine Finanztransaktionssteuer einzuführen, um Initiativen für internationale Entwicklung und soziale Gerechtigkeit zu fördern.
„Justitia et Pax“ unterstützt damit den entsprechenden Vorschlag der Europäischen Kommission, der inzwischen von 11 EU-Ländern angenommen wurde und Steuersätze von 0,1 Prozent auf Aktien und Anleihen sowie 0,01 Prozent für Derivatkontrakte vorsieht. Die kirchlichen Fachkommissionen kritisieren, dass die Sparpolitik der Regierungen und ihre Maßnahmen, die auf die Wiederherstellung der finanziellen Stabilität abzielen, die Ärmsten am stärksten belastet.