3. April 1938. Karl Renner empfiehlt, bei der Volksabstimmung am 10. April mit Ja zu stimmen.
Vor dem 10. April 1938. Vor der Volksabstimmung sind Nationalsozialisten in das Kloster der Schulschwestern in Ried im Innkreis gegangen und haben gedroht: „Wenn im Wahlsprengel auch nur eine Nein-Stimme abgegeben wird, wissen wir, dass diese von den Klosterschwestern ist. Dann sperren wir die Schule zu.“ Die Schwestern gehen daher in die katholischen Häuser und bitten, mit Ja zu stimmen, damit die Schule nicht geschlossen wird. Tatsächlich ist dann im Wahlsprengel keine NEIN-Stimme. Aber die Klosterschule wird später dennoch geschlossen.
10. April 1938, Palmsonntag. Bei der von Hitler angeordneten Volksabstimmung stimmen laut offiziellen Angaben 99,7 Prozent für den Anschluss – 4.453.772 Wahlberechtigte kreuzen Ja an, nur 11.929 sagen Nein. „Die Stimmzettel wurden im Wahllokal offen abgegeben“, notiert der damalige Pfarrer von Ried in der Riedmark (auf diesem Gebiet entsteht 1938 das KZ Mauthausen). Auch der Pfarrer darf nicht in die Wahlzelle.