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Auch zur Arbeitsmusik gehören Pausen

Ein Viertel der bezahlten Arbeitszeit werde nicht gearbeitet, beklagt Oberösterreichs Wirtschaftskammer-Präsident Dr. Rudolf Trauner. Die Netto-Arbeitszeiten sollen mehr werden, fordert er. Demgegenüber setzt Yahoo-Chefin Mayer auf die scheinbar unproduktiven Zeiten und lobt die Pausen.
Ausgabe: 2013/17, Feiertage, Arbeit, Einkommen, arbeitslos, Gesundheit, Arbeitslosenstiftung
24.04.2013
- Ernst Gansinger
© A.M.Begsteiger
Er will nicht die Tüchtigkeit und das große Engagement vieler Mitarbeiter/innen in Frage stellen, erklärt Trauner. Aber durch Urlaube, Krankenstand, Feiertage, Postensuchtage, Arztbesuche, Übersiedlungstag, Pflegeurlaub ... entstünden Entgeltleistungen ohne Arbeitsleistung. Österreich liege hier im europäischen Spitzenfeld. Dazu kommen durchschnittlich errechnete 29 Minuten pro Tag, die in der Arbeitszeit für private Tätigkeiten verwendet werden. Er habe damit kein Problem, „zumal kein Mensch nonstop durch­arbeiten kann und private Tätigkeiten in einem vernünftigen Ausmaß aus gutem Grund zum Arbeitsalltag gehören“. Dass die Yahoo-Chefin die Kommunikation am Arbeitsplatz stärken will, sei sinnvoll.

Gesundheit fördern


Scheinbar unproduktive Pausen können zu sehr produktiven werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten da an einem Strang ziehen. Alle Erfahrungen zeigen: Der Mensch braucht Pausen. Gemeinsam genutzte Unterbrechungen können zu wertvollen Vernetzungen im Betrieb führen. Das unterstreicht auch Bettina Stadlmayr, MSc, Expertin für Gesundheitsförderung und Vorsorgemedizin in der Oö. Gebietskrankenkasse. Mit deren Programm „Betriebliche Gesundheitsförderung“ BGF stärken die Betriebe auch die Pausen-Aufmerksamkeit. Pausen steigern die Lebensqualität und fördern die Gesundheit. Sie sind die Zeit, in der als wichtiges (Neben-)Produkt viele Ideen entstehen können. Mittlerweile haben bereits 87 oö.  Betriebe (mit 53.000 Arbeitsplätzen) das Gütesiegel „Gesundheitsförderndes Unternehmen“. Stadlmayr weist auf Erkenntnisse von Gesundheits-Experten hin, wonach der Mensch auf Arbeitsunterbrechungen angelegt sei. Bei Fluglotsen ist das selbstverständlich. Sie müssen nach zweieinhalb Stunden eine Pause einlegen. Das Obershäubchen sei die aktive Entspannung, betont Stadlmayr.

Arbeitsdruck steigt


Die Arbeiterkammer Oberösterreich hält der Kritik Trauners entgegen, dass immer mehr Menschen unter zunehmendem Arbeitsdruck und Stress leiden. Da sei es kontraproduktiv, den Unternehmen zu empfehlen, den Druck zu erhöhen und auf mehr Nettoarbeitszeit zu drängen oder Arztbesuche in der Dienstzeit zu unterbinden. Die Arbeiterkammer weist ebenso darauf hin, dass Pausengespräche meist (auch) einen dienstlichen Charakter haben. Grundsätzlich will die Arbeiterkammer den Blick auf die sich verschlechternden Arbeitsverhältnisse lenken – auf Leiharbeit, Zeitarbeitsverträge, Werkverträge oder freie Dienstverträge. 

Pausen sind kein realer Zeitverlust


Das Arbeitsinspektorat argumentiert ähnlich wie die Gebietskrankenkasse: Organisierte Pausen haben einen höheren Erholungswert als unstrukturierte. Entgegen der Befürchtung mancher Betriebe stellen die Pausen keinen realen Zeitverlust dar, da die Arbeit aufgrund geringerer Ermüdung in schnellerem Tempo erfolgt. Mehrere kurze Pausen sind effektiver als wenige längere Pausen Am effektivsten ist eine individualisierte Pausenregelung.

Bischöfliche Arbeitslosenstiftung


Anfang Mai übernimmt Mag. Edeltraud Artner-Papelitzky von Mathias Mühlberger die Vertretung des Diözesanbischofs im Stiftungs-Kollegium. Auch heuer hat die Stiftung wieder einen Vorschlag zur Gestaltung eines Gottesdienstes zum Tag der Arbeitslosen am 30. April an die Pfarren ausgesandt.


Demonstration am 2. Mai ABGESAGT


Die Kundgebung "Sonntag frei – auch bei Dayli", der Allianz für einen freien Sonntag und der GPA/djp, findet NICHT statt.

1. Mai: Staatlicher Feiertag mit religiösem Impuls


Arbeit ist zu einer Schlüsselfrage der Politik geworden. Der soziale Friede hängt eng mit dem Beschäftigungsgrad zusammen. Dass Österreich relativ gut dasteht, soll nicht beruhigen. Besonders die hohe Jugendarbeitslosigkeit vor allem in wirtschaftlichen Krisenländern ist ein Alarmsignal, das ganz Europa angeht. Arbeit und Einkommen so zu teilen, dass alle unter menschenwürdigen Verhältnissen leben können, bleibt eine Herausforderung. Am 1. Mai ist „Tag der Arbeit“ – ein staatlicher Feiertag mit einem starken religiösen Charakter, gilt es doch gegen kalten Egoismus und Profitsucht das Gemeinwohl in die Mitte zu rücken.  
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