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Sonntag: Die Kraft der Weggemeinschaft

Auf dem Weg nach Emmaus teilen die Jünger mit Jesus ein Stück ihrer Geschichte. Eine Geschichte der Enttäuschung und Angst, der Hoffnungs- und Ratlosigkeit. Das Gespräch mit Jesus bringt neue Sichtweisen, Augen und Herz gehen auf. Brennenden Herzens beginnen die Jünger neu. Damals und heute.
Ausgabe: 17/2017
25.04.2017
- M. Hildegard Brem

Wort zum Sonntag

Mit Jesus unterwegs


Im heutigen Evangelium wird uns eine ­Weggeschichte aufgetischt: Die Emmausjünger ­gehen von Jerusalem weg, enttäuscht, mutlos, ohne Perspektive für die Zukunft. Aber unterwegs – da tut sich etwas – und am Ende kehren sie mit brennendem Herzen in die heilige Stadt zurück. Zu schön, um wahr zu sein?
Vielleicht gibt es auch in Ihrem Leben ungelöste Fragen, Enttäuschung und ­Ratlosigkeit. Wie wäre es, wenn Sie jetzt einen kleinen ­Spaziergang machen und die ganze Geschichte Ihrer Not an sich vorüberziehen lassen, allein oder mit einem Menschen, zu dem Sie Vertrauen haben?
Aber halt, das Wichtigste fehlt noch: Sie sind keinesfalls allein unterwegs, da ist noch der große Unbekannte, Unsichtbare, der sich brennend für Ihre Not interessiert und Sie gerne begleitet. Er hat selbst so ziemlich alle menschliche Not durchgelitten und kann Sie bestens verstehen! Sie dürfen ihm alles anvertrauen, er hat Zeit und hört zu! Haben Sie ihm alles gesagt, allen Frust losgelassen? Sind Sie jetzt so frei, dass Sie ­hören können? Vielleicht legt er jetzt auch Ihnen dar, was er Ihnen sagen möchte. Horchen Sie in sich hinein, horchen Sie auf geistlich ­erfahrene Menschen, horchen Sie auf ein ­gutes Buch! Oft wird Ihnen scheinbar zufällig ein Satz begegnen, der weiterhilft. Vielleicht sehen Sie ihn im Augenblick noch nicht ganz durch, vielleicht spüren sie nur vage, dass hier eine Botschaft für Sie liegt, vielleicht aber beginnt Ihr Herz zu brennen! Was tun Sie nun? Laden Sie den großen unsichtbaren Begleiter ein, bei Ihnen zu bleiben, mit Ihnen in die Nacht hineinzugehen? Er würde sich freuen! Und vielleicht geleitet er auch Sie ins Leben zurück, zu einem neuen, österlichen Anfang.

Zum Weiterdenken

Habe ich die Gewohnheit, mein Leben mit Gott zu besprechen? Habe ich schon einmal erfahren, dass er mir auf irgendeine Weise Antwort gegeben hat?

3. Sonntag der Osterzeit – Lesejahr A, 30. April 2017


1. Lesung

Apostelgeschichte  2,14.22–33

2. Lesung

1 Petrus  1,17–21 Und wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht! Ihr wisst, dass ihr aus eurer nichtigen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel. Er war schon vor Grundlegung der Welt dazu ausersehen und euretwegen ist er am Ende der Zeiten erschienen. Durch ihn seid ihr zum Glauben an Gott gekommen, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, sodass ihr an Gott glauben und auf ihn hoffen könnt.

Evangelium

Lukas  24,13–35 Und siehe, am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Und es geschah, während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen und der eine von ihnen – er hieß Kleopas – antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohepriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?
Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

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