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Vom Lehrer „Papa Gruber“ kann man noch heute lernen

Auf dem Gebiet der Pfarre St. Georgen sind in der NS-Zeit 40.000 KZ-Häftlinge grausam zu Tode gekommen. Die Pfarre weiß sich der Auseinandersetzung mit diesem Erbe verpflichtet. Sie hat nun die Errichtung eines Mahnmals initiiert, das sich am oberösterreichischen Priester, Widerstandskämpfer und KZ-Opfer Johann Gruber orientieren wird.
Ausgabe: 2012/14, Gruber, St. Georgen an der Gusen, Denkmal, KZ-Opfer, Erinnerung
04.04.2012
- Josef Wallner
Blumenstraße, Spielplatzstraße, Birkenstraße – die Straßennamen klingen nicht nur nach Einfamilienhäusern und gepflegten Gärten, so sieht es auch aus – in Gusen. Vor sieben Jahrzehnten war das anders. Das gesamte Areal war eine Stätte des Grauens. „Hölle der Höllen“ wurde das KZ Gusen genannt. Wenn heute auch Gras über das Lagergelände gewachsen ist – für die Pfarre St. Georgen bleibt ihr geschichtliches Erbe – wenn auch keine einfache – aber doch eine Verpflichtung. Im Jahr 2007 kam es nach mehrmaligem Anlauf zur Gründung des Pfarrgemeinderats-Fachausschusses „Papa Gruber“.

Erinnern. Unter Führung dieses „Papa-Gruber-Kreises“ hat sich aus den politischen Gemeinden St. Georgen, Luftenberg und Langenstein, dem Gedenkdienstkomitee Gusen und dem örtlichen Kulturverein Tribüne eine Plattform gebildet, die einen Kunst-Wettbewerb ausgeschrieben hat. Ziel ist es, 2013 ein Denkmal zu errichten, das die Erinnerung an die KZ-Opfer in der Bevölkerung wachhält. Sieben Künstler(-gruppen) aus Oberösterreich, Wien, Berlin und Spanien sind eingeladen, Vorschläge für eine „DENK.STATT Papa Gruber St. Georgen/Gusen“ zu machen. Das Mahnmal soll eine Verbindung zu dem Linzer Priester und Pädagogen mit Leib und Seele, Johann Gruber, aufweisen. Seine Mithäftlinge nannten ihn „Papa Gruber“; der zusätzlichen Suppe, die er organisieren konnte, verdanken zahlreiche Gefangene ihr Überleben. 80.000 Menschen waren in Gusen inhaftiert, die Hälfte überstand die Torturen nicht. Bei einer Begehung des ehemaligen KZ-Areals am 24. März 2012 konnten sich die Künstler/innen mit dem Gelände vertraut machen. Man darf auf ihre Vorschläge gespannt sein, die Anfang Juli in einer öffentlichen Sitzung der Jury präsentiert werden.

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