08.08.2017

Gesellschaft

Mit dem Handy den Rosenkranz beten

Spielen, lesen, fotografieren und telefonieren – das alles ist auf dem Handy möglich. Dass es aber auch Anwendungen, sogenannte Apps, gibt, die mit Religion zu tun haben, ist weniger bekannt.

„Das Stundenbuch am Handy ist super gestaltet“, sagt Bischofsvikar Johann Hintermaier.

Bischofsvikar Johann Hintermaier,

Theologiestudentin Angela Eckersdorfer und ­

Referent Hans Hauer vom Bibelwerk sind begeisterte Nutzer von religiösen Apps.

Bischofsvikar Johann Hintermaier, Theologiestudentin Angela Eckersdorfer und Bibelwerk-Referent Hans Hauer nutzen sie – Apps, die Glaube, Kirche und Gott aufs Handy bringen. Diese Anwendungen (Apps) helfen, das Leben einfacher zu machen, so auch die religiösen Apps. Johann Hintermaier erzählt, dass er dank dieser Funktio­nen auf Reisen kein Stundenbuch mehr mittragen muss und jederzeit die Bibeltexte des Sonntags zur Vorbereitung der Messe auf dem Smartphone nachschlagen kann: „Das Stundenbuch am Handy ist super gestaltet und enthält alle Texte, auch Lesung und Evangelium des jeweiligen Tages. Es ist eine echte Hilfe, auf Reisen und zu Hause.“

Bibel macht mobil

Theologiestudentin Angela Eckersdorfer nutzt sie täglich, vor allem für ihr Studium – die Bibel-App „Life Church“. Neben dem gesamten Bibeltext gibt es auch den „Bibelvers des Tages“. Dieser kann als kompletter Psalm gelesen oder in einem schönen Bild verpackt werden. Außerdem ist es möglich, das Bild dann via Facebook und Twitter oder direkt in der App mit Freunden zu teilen.
Hans Hauer bevorzugt Apps von verschiedenen Bibelübersetzungen. So hat er mit einem Klick die Lutherbibel oder die Elberfelder Bibel zur Verfügung. Diese Anwendungen mit unterschiedlichen Übersetzungen helfen, schwierige Bibelstellen leichter zu verstehen.

Schmöker- und Lesemöglichkeiten

„iPieta Deutsch“ ist eine App, die ebenfalls im Handymenü des Bischofsvikars zu finden ist. Hintermaier beschreibt diese als eine der umfassendsten Anwendungen. Sie enthält Bibeltexte mit guten kurzen Erklärungen, kirchliche Dokumente vom Zweiten Vatikanischen Konzil bis zur Gegenwart, Gebete, liturgische Kalender und vieles mehr – und das alles gratis. „Die App bietet viele Möglichkeiten zum Schmökern und Lesen“, so der Bischofsvikar.

Qualität geht vor Quantität

Wenn man auf seinem Handy nach religiösen Apps sucht, erscheinen Hunderte Vorschläge. Wer schon einmal in einer Buchhandlung vor dem Bestsellerregal gestanden ist, weiß, dass nicht alle Bücher auch gleich gute Bücher sind. Wie unterscheidet man am besten bei Apps Quatsch von Niveau? Referent Hans Hauer richtet seine Aufmerksamkeit stets auf die Herkunft der Apps. „Qualität ist zum Beispiel, wenn eine Anwendung vom Kloster Münsterschwarzach kommt“, so ­Hauer. Für Theologiestudentin Angela Eckersdorfer ist es immer wichtig, sich die Frage zu stellen: „Werde ich da in eine Richtung gedrängt, oder bleibt es mir trotzdem noch überlassen, mir meine eigene Meinung zu bilden?“ „Viele Apps sind kostenlos oder bewegen sich im Bereich von zwei bis drei Euro – das ist es auf jeden Fall wert“, betont Hintermaier.

Kirchen-News

Um im kirchlichen Geschehen am neuesten Stand zu bleiben, stellen „kathpress“ oder „Vatikan“ aktuelle Infos bereit. Mit diesen zwei Apps ist man rundumversorgt mit kirchlichen Nachrichten aus Österreich und der Welt. „Vatikan“ stellt unter anderem auch Aussagen des Papstes zur Verfügung, erklärt Hintermaier. Ganz besonders spannend findet er die Funktion „Vatikanische Museen“. Da kann man dann und wann eine virtuelle Tour zu den bedeutendsten Kunstwerken der Welt unternehmen.

Gebete aus dem Handy

Der Tag war lang, die Arbeit stressig – um den Tag friedlich zu beenden, hilft das Abendgebet. Aber welches Gebet? Die Anwendung „Gebetbuch“ bietet eine Fülle von Gebeten für alle Situationen, wie Tischgebete, Segensgebete oder Gebete in Not oder Freude. Der Bischofsvikar wird hier auf jeden Fall immer fündig und verrät, warum sich die App auf seinem Smartphone befindet: „Das Tolle daran ist, man kann eigene Gebete dazufügen oder bestehende bearbeiten.“ Johann Hintermaier schätzt auch besonders „iRosenkranz“. „Wenn man alleine ist, dann kann man sich hier den Rosenkranz laut vorbeten lassen und mit den eigenen Gedanken den biblischen Texten und Geheimnissen nachsinnen, ohne dass man plötzlich nicht mehr weiß, wo man gerade ist. Eine gute Betrachtungshilfe.“ Mithilfe dieser Anwendung kann er selbst beim Autofahren beten, ohne dadurch vom Verkehr abgelenkt zu werden.

Empfehlungen

Hans Hauer verweist auf die bevorstehende Bibel-App des Bibelwerks, welche im Zusammenhang mit der Linzer Bibelausstellung bald in den App-Stores erscheinen wird. «

Bildquelle: Archiv, KIZ/SJ (3)

Autor/in:  Sophia Jelinek

Keywords: 2017/32

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