BRIEF_KASTEN
Gelten lassen ist mehr als nur ein Erlauben. Geltung soll haben, was sie tun. Fast eine Vereinbarung: Die Sache gilt. Ein Wertschätzen ist es, ein Zutrauen in ein frühes kindliches Tun. Es gilt und zählt.
Was Kinder tun und zustande bringen, schreibt man heute eher der „Spielphase“ des Lebens zu. All ihr Tun wird dabei bloß als ein Probieren gesehen, ein Einüben höchstens – ohne wirkliche Geltung. Das Brot, das sie backen, ist Spielzeugbrot, das man wegwirft, nicht isst. All die Werkzeuge des Alltags gibt es in Spielzeugform. Dass Messer scharf sein können, traut man ihnen nicht zu. Puppenküche statt Kochen am Herd! An den wirklichen Hammer, die Nägel, lässt man sie erst spät heran. An Handys interessanterweise sehr wohl.
Man sagt, dass Kinder sich heute schwer tun mit dem Erwachsenwerden, und dass sie den „Ernstfall Leben“ erst spät begreifen. Liegt es vielleicht auch daran, dass man ihrem frühen Tun wenig „Geltung“ zugesteht? Was sie sagen, was sie meinen, was sie tun. Ihr Schaffen, auch ihr Weinen, ihr Lachen: Genauso bedeutsam wie das der Erwachsenen ist es. Es gilt.
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