BRIEF_KASTEN
Während aber Vertreter von Hilfsorganisationen, Wirtschaft und manchen Politikern dafür eintreten, die jungen Menschen die Lehre abschließen, sie dann zumindest eine Zeit lang im Land zu lassen und dafür das Asylrecht ein bisschen zu dehnen, hat sich die Bundesregierung für die Brachiallösung entschieden: Asylwerber dürfen keine Lehre mehr beginnen. Was stattdessen kommen soll – eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Lehre – ist zunächst nebulös. Die Interessen der Wirtschaft sollen gewahrt bleiben, hieß es aber.
Einmal davon abgesehen, dass es auch humanitäre und moralische Interessen gäbe: Diese Art von Politik mit der Brechstange ist nicht vertrauenseinflößend. Statt geeignete Antworten auf eine komplexe Herausforderung zu präsentieren, wird erst einmal der „gordische Knoten“ mit dem Schwert zerhauen – um zu zeigen, wer der Macht hat. Das erinnert an die Politik des 19. Jahrhunderts. Für das 21. Jahrhundert ist das ein Armutszeugnis.
Zum Artikel "Keine Lehre für Asylwerber?"
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