BRIEF_KASTEN
Die Arbeit. Die Schule. Auch der Weg auf den Berg. Kaum jemand, der sich nicht auf eine Pause freut. Man sehnt die Sommerpause herbei und hofft, dass dieser dann nicht selbst gerade Pause macht. Und wenn, dann: Der Regen macht ja auch mal Pause. Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen das Leben – das Lebenswerte nämlich – in den Pausen vermuten – Leben also als Gehen von Pause zu Pause. Das Schöne, das als wichtig Empfundene, findet dann im Privaten statt, das niemanden etwas angeht. Dort blühen Menschen dann auf. Den Hauptanteil der Lebenszeit freilich macht auch für sie der „Pflichtteil“ aus. Schnell wird dieser dann nur als Belastung gesehen, in der man Erwartungen erfüllen und Leistungen zu bringen hat. Und oft legen sich Menschen für diesen Pflichtteil eigene Lebensregeln zurecht. „Privat ist er ganz anders, nett sogar“, sagt man dann von einem Menschen, den man aus Medien als hart und stur kennt. Wie sähe die Welt anders aus, wenn Menschen beides mit gleichem Ernst und gleicher Freude leben könnten: den Weg und die Pause. Das wäre die Kunst: dass man sich nicht verstellen muss – sodass man seine Freuden nicht nur in den Zwischenstücken fände, und seine Güte und Warmherzigkeit auch in den „Pflichtteilen“ zum Tragen bringen könnte. Das Leben nämlich, das Menschsein, kennt keine Pause.
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