BRIEF_KASTEN
Die Weltkirche hat eben mehr schlecht als recht ihren Anti-Missbrauchs-Gipfel zu Ende gebracht, da wird bekannt, dass der Kurienkardinal und einstige Papstberater George Pell in Australien wegen sexuellen Missbrauchs (nicht rechtskräftig) verurteilt wurde. Das ist ein herber Schlag besonders für Papst Franziskus. Denn er hatte den bereits 2008 wegen möglicher Vertuschung ins Gerede gekommenen Pell 2014 zum „Wirtschaftsminister“ im Vatikan gemacht. Als es 2015 neue Vorwürfe gab, wurde Pell vom Vatikan verteidigt und erst 2017 freigestellt.
Nach der zwar wortreichen, inhaltlich aber schwachen Rede zum Ende des Anti-Missbrauchs-Gipfels muss Franziskus jetzt schnell handeln und handfeste Ergebnisse liefern. Es muss endlich über alle möglichen Ursachen für Missbrauch geredet werden – auch über den Zölibat und die offizielle kirchliche Sexualmoral. Überhaupt täte es der Kirchenleitung gut, sich bis auf Weiteres zu diesem Thema gar nicht mehr zu Wort zu melden.
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