BRIEF_KASTEN
Bei der Fronleichnamsprozession in Enns sorgte eine tätowierte Polizistin für Verkehrssicherheit. Der Pfarrer mit dem Allerheiligsten in den Händen rief ihr ein freundliches „Danke!“ zu: Wie gut, dass sie diesen Dienst für uns verrichtete! Früher hätte es das freilich nicht gegeben, die Polizei war bis in die 1980er Jahre eine Männerdomäne. Aber dann entdeckten Staat und Gesellschaft, dass das Y-Chromosom als Zulassungsbedingung für den polizeilichen Dienst nicht taugt. Seither macht man gute Erfahrungen mit Frauen im polizeilichen Dienst. Aktuell aber leidet die Polizei wieder unter Nachwuchsmangel. Dieser ist zwar weit nicht so gravierend wie der Priestermangel in der Kirche, aber doch derart, dass man reagieren musste. Abermals wurden Zulassungsbedingungen überprüft und Regeln geändert. So wurde u. a. befunden, dass Polizist:innen nun auch sichtbar tätowiert sein dürfen: So wie das weibliche Geschlecht sind eben auch Tätowierungen nicht per se ein Widerspruch zu Ethos und Aufgaben im Polizeidienst. Und so konnte die erwähnte Polizistin bei unserem Fronleichnamsfest in Enns ihren Dienst für uns verrichten.
Als Kirchenmensch schaue ich da ein bisschen neidisch auf unsere Polizei und ihre Fähigkeit zur Selbstorganisation. Und frage mich, wann es wohl in der Kirche so weit sein wird, dass zu Fronleichnam eine Priesterin – mit oder ohne Tätowierung – das Allerheiligste trägt ...
Dr. Harald Prinz
Enns
[...] Warum dürfen Lokale und Veranstalter so überlaut die Dezibelschraube am Verstärker überdrehen? Muss sich jeder Unbeteiligte dem Kommerz unterordnen (Gewinn, Umsatz über alles – koste es, was es wolle)? [...] Stille baut auf, Lärm zerstört (nicht nur das Trommelfell bei Disco-Besuchern). In der Hölle ist unerträglicher Lärm eine ewige Plage [...].
Mein Ersuchen: Bei Lokalen im Umkreis von mehr als 20 Metern sollte man nicht mehr als Passant belästigt werden dürfen! Diese Überdosis Lärm führt oft zu Schlafstörungen und nervlichen Belastungen, wie die Medizin bestätigt. [...] Es gibt ja auch ein Gesetz gegen Lärmbelästigung, zum Beispiel Verkehrslärm von überlauten Mopeds [...]. Wer kontrolliert aber die Gastronomie oder die Eventveranstalter? Gegen Lärmbelästigung [...] kann wohl auch geklagt werden, aber wer riskiert die Kosten (Anwalt z. B.) beziehungsweise wer macht sich die Mühe für das rechtliche Einschreiten? [...] Also, liebe Bürgermeister und andere Zuständige: Halten Sie Wahlzusagen für ein angenehmes Miteinander ein. Die Gruppe der rücksichtslosen Geldscheffler soll nicht die anderen Bürger an den Rand drängen dürfen. [...]
Karl Vospernik
per E-Mail
Zum Leserbrief „Schande für Kirchenmann“, in Nr. 23
Über die Klimakleber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ich finde das mutig und ich habe Verständnis dafür. (Es ist nämlich eh schon fünf nach zwölf!) Die Heftigkeit, die ungebremste Wut und die Wortwahl, mit der manche Menschen auf die Klimakleber losgehen, erschrecken mich. Ich fand die Klebeaktion echt mutig – grad’ von einem Geistlichen! Die Kirche lebt ja in dieser Welt (und nicht auf dem Mond)!
Johann Maderthaner
Ried im Traunkreis
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>