BRIEF_KASTEN
Zum Kommentar in Ausgabe 12 und zum Leserbrief in Ausgabe 13:
Den selbstzerstörerischen Kräften in unserer Kirche sei das Wort des Kölner Weihbischofs Schwaderlapp ins Herz geschrieben: „Der Zölibat macht nur Sinn, wenn es Christus gibt.“
Eva Hintersteininger, Tragwein
Wahrscheinlich handelt es sich längst um eine Mehrheit , die einem Ende des ranzigen Pflichtzölibats mit Ungeduld entgegensieht – allein schon angesichts des Umstandes, dass sowieso viele Priester in einer Partnerschaft (manchmal mit eigenem Kind) leben, was der Obrigkeit sehr wohl bekannt ist, wozu sie aber verlegen kuscht. Doch wenn Mag. Kaineder nun vorschlägt, mittels Entzug finanzieller Mittel Druck auf die Kirchenleitung auszuüben, um sie zu einem Umdenken zu bewegen, dann gemahnt das ein bisschen an jenen Erpressungsversuch des damaligen Kurz-Intimus Thomas Schmid, den er im Einverständnis mit dem Kanzler für adäquat hielt, um der regierungskritischen Kirche einen Maulkorb umzuhängen. Ein fragwürdiges Mittel! Besser ist es, sich in Geduld zu üben. Der derzeitige Zustand überlebt sich früher oder später eh von selbst. „Gottes Mühlen mahlen langsam“, zwinkert uns bereits im 17. Jhdt. der Barockdichter Friedrich von Logau zu. Sie werden dereinst auch den Zölibat zermahlen ...
Franz Pichler, Perg
Zu „Auferstehung ist keine Rückkehr“, Ausgabe 13:
Die Aussagen des Theologen und Bestatter-Sohnes Peter Trummer zum Thema „Auferstehung“ hinterlassen sehr irritierende Eindrücke. Wenn er Auferstehung versteht als „dem Tod ins Angesicht schauen“ und die Auffassung vertritt, dass der Gestorbene selbst aufstehen muss und sich nicht passiv verhalten darf, fehlt hier doch etwas sehr Grundlegendes. Auferstehung ist keine Tat des Menschen (dazu ist er aus eigener Kraft gar nicht fähig), sondern verdankt sich ganz der Initiative seines Schöpfers. [...] Dass Trummer nur Paulus als „einzig authentischen Zeugen“ der Auferstehung Christi gelten lässt, verwundert sehr. Was ist mit den Erfahrungen von Maria Magdalena und den vielen anderen Jüngern? Weiters scheint für Trummer die Auferstehung kein historisches Ereignis gewesen zu sein, sondern eine „innere Erfahrung“ [...]. Doch selbst diese „innere Erfahrung“ gründet in einem geschichtlichen Ereignis, wie der Befreiungstheologe Leonardo Boff betont: „Christus nimmt in der Geschichte das vorweg, wozu das Leben aller bestimmt ist.“
Mag. theol. Ewald Kreuzer OFS, Steyr
Es ist für die Kirche schlichtweg unmöglich, die geforderten Reformen des Synodalen Weges zu akzeptieren, zumal sie sich in ihrer 2000-jährigen Geschichte bei ihrer Verkündigung stets auf die göttliche Wahrheit berufen hat und dies mit dem Unfehlbarkeitsdogma noch einmal bekräftigt hat. [...] Und so macht sie sich mitschuldig an der Verfolgung und Tötung von homosexuellen Menschen, wie gerade jetzt in Uganda. Über 80 Prozent der Ugander sind christlich-katholisch sozialisiert, in der die Ächtung von praktizierter Homosexualität zum christlichen Gebot erhoben wurde. [...]
Von Jesus selbst ist kein einziges Wort über Sexualität bzw. Homosexualität überliefert. Auch zum Thema Familie äußert sich Jesus nicht. Aber genau auf diesen Jesus beruft sich die Kirche, um ihre Sexuallehre, ihre Vorstellungen von Familie und Pflichtzölibat des Klerus zu legitimieren und durchzusetzen.
Burgi Tötsch, per e-Mail
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