In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
„Kunst, Kultur und besonders Musik kennen keine Grenzen. So tut es gut, einmal über den eigenen Tellerrand zu blicken, um voneinander zu lernen und zu profitieren“, sagt Siegfried Adlberger, Orgelbeauftragter der Diözese Linz und Gastgeber der Tagung, zu der rund 60 Expert:innen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum kamen.
Unter dem Titel „Mit Bruckner auf der (Daten-)Bank“ widmete sich die Tagung in diesem Jahr dem Thema Orgeldatenbanken. Darin werden Informationen zu Instrumenten, ihrer Geschichte, ihren Registern und Klangfarben gesammelt und dokumentiert – eine wichtige Arbeitsgrundlage für Organist:innen, Orgelbauer:innen und Sachverständige.
„Es existieren bereits Datensammlungen mit unterschiedlichen Inhalten. Vielleicht schaffen wir es bei aller Buntheit, die es auch geben darf, einen möglichst gemeinsamen Nenner zu finden“, sagt Adlberger.
Auch Christoph Zimmermann, Vorsitzender des VOD, sieht darin eine wichtige Zukunftsaufgabe: „Die Datenbanken helfen, sich rasch einen Überblick über Instrumente und Entwicklungen zu verschaffen. Für viele Details muss man trotzdem vor Ort sein.“
Die Fachtagung blieb aber nicht bei Daten und Dokumentationen stehen, sondern wurde auch zu einer klingenden Reise durch Oberösterreich. Denn an zwei weiteren Tagen besuchten die Fachleute bedeutende Instrumente des Landes und erlebten deren Klang unmittelbar vor Ort.
„Wir reden über mehr als 400 Jahre Orgelbau in Österreich“, sagte Adlberger. Das Nebeneinander historischer und neuer Instrumente mache die Orgellandschaft spannend. Oberösterreich sei schon lange vor der Gründung der Diözese ein „Orgelland“ mit hochwertigen Instrumenten gewesen.
Besucht wurden unter anderem der Alte Dom und der Mariendom in Linz, die Klosterkirche Pulgarn, das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian, die Stiftskirchen Wilhering und Schlägl sowie die Pfarrkirche in Aigen. Organistinnen und Organisten präsentierten die Instrumente und erzählten von deren Geschichte und Besonderheiten.
Für Christoph Zimmermann lag der besondere Reiz der Tagung genau darin: im unmittelbaren Erleben der Instrumente. Die Orgellandschaft Oberösterreichs sei äußerst vielfältig, die Unterschiede zwischen den Instrumenten groß und spannend. Besonders eindrucksvoll sei es, wenn Organisten mit Herzblut ihre Instrumente vorstellen und deren Geschichte hörbar machen. „Man kann eine Orgel auch als Tourist anschauen. Aber das Klangerlebnis ist etwas ganz anderes“, sagt der VOD-Vorsitzende.
Der Geist Anton Bruckners war während der gesamten Tagung spürbar. Im Alten Dom in Linz, wo Bruckner von 1855 bis 1868 Domorganist war, konnten die Gäste die berühmte Brucknerorgel erleben, die einst nach seinen Vorstellungen erweitert worden war. „Das Wirken Anton Bruckners hatte großen Einfluss auf die gesamte musikalische Welt, insbesondere auf die Orgelwelt in seinem geliebten Oberösterreich. Hier eröffnete sich durch seine klangvollen Improvisationen seine volle schöpferische Kraft“, sagt Adlberger.
Die Bedeutung der Orgel ist in der Diözese Linz bis heute groß. „Kirchenmusik ist gelebte Liturgie und kein Beiwagerl“, sagt der Orgelbeauftragte. Musik sei ein wesentlicher Teil des Gottesdienstes. Sie könne die Menschen unmittelbar erreichen und berühren.
In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
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