In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
Auf der Höhe des Linzer Frankviertels bleibt der Blick an einer Häuserzeile hängen: Im Vorbeifahren ist hier ein Graffiti mit christlicher Ikonografie zu erkennen.
Es zeigt Christus am Kreuz. Der Kopf ist seitlich geneigt, die Augen blicken nach oben. Auch die linke Hand folgt dieser Blickrichtung, die Finger zeigen bereits den Gruß des Auferstandenen. Im Kreuz wird hier schon die Auferstehung angedeutet. Der Gekreuzigte wirkt, als würden die Beine unterhalb des Lendentuchs ausrinnen, es gibt keine Bodenhaftung mehr, der Körper strebt nach oben. Auf dem Schild oberhalb des Kopfes steht „Lord“ („Herr“).
Der Gekreuzigte ist umgeben von zwei Darstellungen: links ein Mann, für den sich der Himmel öffnet, rechts ein Gebilde mit Totenkopf, etwas darunter erneut ein Gekreuzigter in den Fängen einer drachenartigen Figur. Der Graffiti-Künstler bezieht sich hier wohl auf die Stelle mit den zwei Schächern im Lukas-Evangelium, in der es zum Schluss heißt: „Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23,32–43).
Passion, Auferstehung, Paradies. Ein christliches Motiv im Vorbeifahren wahrnehmen, mitten im Alltag ein Bild, einen Gedanken mitnehmen. Street-Art als Ostergruß: Das hat was.
In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
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