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Lentos Kunstmusem Linz: Ida Maly – Zwischen den Stilen

Der Mensch im Zentrum

Kunst & Kultur

Das vielschichtiges Werk von der Künstlerin Ida Maly wird nun im Lentos Linz ausgestellt.

Ausgabe: 43/2021
25.10.2021
- Elisabeth Leitner
 „Lesende Frau im Garten“ von Ida Maly
„Lesende Frau im Garten“ von Ida Maly
© Ida Maly, lesende Frau im Garten (1930) / Neue Galerie Universalmuseum JOanneum

Ein Bild, das den Spätsommer zurückholt: das Bild „Lesende Frau im Garten“ von Ida Maly. Pastelltöne und kräftige Farben in vielen Schattierungen hat die Künstlerin hier verwendet. Die junge Frau sitzt auf dem Tisch, in den Händen hält sie ein Buch. Auf dem Tisch neben ihr Blumen in einer Vase, eine Obstschale mit roter Frucht. Das Rot des Apfels findet sich wieder auf den Lippen und im Faltenwurf des Kleides. Hinter ihr öffnet sich die Landschaft, Bäume, eine Böschung, ein Fluss sind zu sehen. Die lesende Frau wirkt konzentriert, strahlt eine gewisse Ruhe aus. Sie ist hineingestellt in dieses Landschaftsbild und ganz bei sich. 
Die freischaffende Künstlerin Ida Maly hat zwischen den verschiedenen künstlerischen Stilen ihren eigene künstlerische Sprache entwickelt und ein vielschichtiges Werk geschaffen, das nun im Lentos Linz gezeigt wird. Im Jahr 1928 kam Ida Maly mit der heute nicht mehr belegten Diagnose „Schizophrenie“ versehen in eine psychiatrische Anstalt. Berührend waren ihre dort angefertigten Porträts: Sie hielt mit dem Zeichenstift die anderen Insass/innen fest und gestand ihnen jene Individualität und jenen Respekt zu, welche die zunehmende Unmenschlichkeit der Psychiatrie der 1930er-Jahre ihnen absprach. Mit ihrem Zeichenstift machte sie Menschen sichtbar, gab ihnen Würde und Raum. Zentrales Motiv ihres Schaffens war immer der Mensch. 

 

 

Zur Künstlerin
Leben und Werk der österreichischen Künstlerin Ida Maly (1894–1941) waren geprägt von den politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Umbrüchen ihrer Zeit. Sie studierte zunächst in Graz und Wien. Um sich neuen Einflüssen zu öffnen, verließ sie ihre Heimat und lebte ab 1918 in München, Berlin und Paris. Sie trieb als Amateurin Sport und arbeitete als freischaffende Künstlerin. In den 1920er-Jahren erwies es sich für sie als zunehmend schwierig, finanziell zu überleben. Maly schuf ein vielschichtiges Werk, das völlig neue Aspekte des österreichischen Kunstschaffens der Zwischenkriegszeit aufzeigt. Es kam jedoch nicht zur Entfaltung, da die Künstlerin 1928 in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen wurde. Maly wurde 1941 in der damaligen Tötungsanstalt Schloss Hartheim im Alter von 46 Jahren ermordet. 

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