Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
und Referentin für Spiritualität im
Pastoralamt der Erzdiözese Wien
Die Oppositionsbewegung in den USA ist viel stärker, als man das in Europa wahrnimmt. Das war eine Botschaft der deutsch-amerikanischen Ethikerin Hille Haker, die auf Einladung der Katholisch-Theologischen Fakultät Wien in Österreich war. In einem Pressegespräch erläuterte sie, warum: Der Widerstand zeige sich an vielen verschiedenen Orten. Das sei schwieriger zu berichten als über die Ereignisse im politischen Zentrum der USA, in Washington. Außerdem erläuterte sie, was die Demokratie in den USA (und darüber hinaus) gefährdet.
Als „wirklich, wirklich gefährlich“ für die Demokratie bezeichnete die in Chicago lehrende Ethikerin Hille Haker den Tech-Milliardär und „libertären“ Denker Peter Thiel. Während man sich im deutschen Sprachraum vor allem mit seinen Denkfiguren (Antichrist, Katechon) befasst, verliere man aus den Augen, dass Thiel über sein Netzwerk nicht nur eine Ideen-, sondern auch eine personelle Kaderschmiede betreibe und die Absolventen in entsprechende politische und gesellschaftliche Positionen bringe, sagte Haker bei einem Pressegespräch in Wien.
Thiel bekämpfe die Demokratie aktiv, „weil er sie nicht in der Lage sieht, mit den Riesentransformationen der Gegenwart fertig zu werden“. Alternativ schwebe ihm eine „Elitenherrschaft“ vor, in der die Tech-Elite des Silicon Valley großen Einfluss habe. „Und wo das hinführt, sehen wir tagtäglich schon jetzt“, sagte die an der Loyola University lehrende Theologin und Ethikerin unter Verweis auf die Abschiebepraxis der sogenannten ICE-Behörden (Immigration and Customs Enforcement). Die theologischen bzw. akademischen Ambitionen Thiels erachte sie als in der Sache „lächerlich“.
Entscheidend im Blick auf den künftigen Einfluss der christlichen Rechten auf die US-Politik seien indes die kommenden Midterm-Wahlen und die weitere Entwicklung der oppositionellen Kräfte.

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
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