Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
Im Zentrum des Vortrags stand die Frage, wie Menschen existenzielle Krisen bewältigen und welche Rolle die Religion dabei spielt. Richter räumte mit dem Klischee auf, Resilienz sei ein Schutzschild, an dem Leid einfach abperlt.
„Es kann eigentlich nicht sein, dass eine Krise mit uns nichts zu tun hat, sondern irgendwie wird sie uns verändern“, erklärte sie. Resilienz sei kein dauerhafter Besitz, sondern ein „Krisenphänomen“ und ein dynamischer Prozess.
Ein zentraler Punkt ihrer Ausführungen war das „Ringen mit der Destruktivität“, welches besonders deutlich in den Klagepsalmen des Alten Testaments zum Ausdruck komme. Die christliche Tradition biete hier durch Rituale und Sprache besonderen Halt. Eindringlich schilderte Richter die Kraft des gemeinsamen Singens bei Begräbnissen: Wenn Hinterbliebene vor Schmerz verstummen, übernehmen andere das Lied. „Die Stimmen der anderen füllen auch die, die nicht singen“, sagte die Bischöfin. Religiöse Zusagen besäßen eine „performative Kraft“, die – ähnlich wie ein „Ich liebe dich“ – die Wirklichkeit neu definiere. Resilienz bedeute nicht Unverwundbarkeit, sondern das Aushalten und Gestalten inmitten der Not. Der Karfreitag und Ostern drückten aus, dass es möglich ist, durch das Leiden hindurch neues Leben zu sehen.

Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
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