Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
„Kurz gesagt: so nicht“, lautete die lapidare Antwort des Theologen. Ausgehend von Jesus habe sich die Urkirche der ersten Christen deutlich von der übrigen Gesellschaft unterschieden und sei deshalb „attraktiv“ gerade für Benachteiligte gewesen.
In ihren ersten Jahren sei die Jesus-Bewegung „barrierefrei zugänglich“ gewesen: Frauen, Männer, Heiden und Griechen hätten unterschiedslos am Herrenmahl teilgenommen. Man habe sich um die Schwächsten gekümmert, den Besitz geteilt, auf Gewaltfreiheit gesetzt – „alles zum Lobe Gottes“.
Später habe sich diese Bewegung „mit der staatlichen Macht verheiratet“, erklärte Kaineder. Die Organisationsform der Kirche sei immer weiter abgedriftet hin zu einer starr-hierarchischen, männlich-klerikalen, die heute auch immer wieder auf Kritik von Papst Franziskus stoße.
Die heutige Kirche beschrieb der KAÖ-Präsident als zweigesichtig: Neben der „kristallinen“ Kirche, in der Gesetze und Normen im Vordergrund stünden und die Vorschriften auferlege, gebe es auch die „fluide“ Kirche in Bewegung. Sie werde gebildet von Getauften und „Menschen guten Willens“, die Gemeinschaften bilden, „für eine Sache brennen“, sich für die Schwächsten einsetzen.
Die Katholische Aktion wolle jedenfalls eine prophetische Kirche, die sich an die „Jesusbewegung“ der Urkirche wie „an die erste Liebe“ zurückerinnert und als Avantgarde für ein neues gemeinschaftliches Leben agiert, sagte er.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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