Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
„Rom hat gesprochen, Diskussion beendet.“ – Die katholische Kirche war lange Zeit stolz auf ihre Entscheidungen, die in der Zentrale in Rom getroffen wurden und die als unhinterfragbar galten. Doch der vatikanische Zentralismus hat sich als Sackgasse entpuppt. Papst Franziskus hat daher der Kirche mehr Synodalität – mehr gemeinsame Entscheidungsfindung – verordnet, wie sie in den Ostkirchen immer schon praktiziert wurde und wird. Er hat dazu eine Bischofssynode über die Synodalität einberufen.
Als Vorbereitung dieses Synodentreffens, deren erster Teil Ende Oktober gerade zu Ende gegangen ist, hat die Stiftung Pro Oriente Vertreter:innen aller orthodoxen und orientalischen Kirchen zu drei Konferenzen nach Rom eingeladen. Mehr als 150 Expert:innen sind gekommen und haben erzählt, wie in ihren Kirchen Synodalität konkret praktiziert wird. So wird zum Beispiel in der koptischen (ägyptischen) Kirche deren Papst nicht nur von Bischöfen gewählt. Auch Männer, Frauen, Jugendliche und sogar Kinder sind in diesen Prozess einbezogen, von dem am Ende alle Teilnehmehr:innen der Überzeugung sind, dass der Heilige Geist dabei seine Hand im Spiel hatte. Oder: In der armenisch-apostolischen Kirche besteht die Wahlversammlung für deren Oberhaupt, den Katholikos, mehrheitlich aus Laien, darunter ebenso Frauen. Orthodoxe Theologen machten aber auch auf die Schwächen ihrer Kirchen aufmerksam. Die regionalen Strukturen führen oft zu religiösem Nationalismus und lassen die Vision des einen Glaubens verblassen. Als gemeinsame Herausforderung von katholischer Kirche und Ostkirchen wurde bei den Konferenzen die Lösung der „Frauenfrage“ deutlich.
Unter dem Titel „Listening to the East – dem Osten zuhören“ hat Pro Oriente eine Dokumentation über die Konferenzen gestaltet, die im Kino Movimento Linz Österreich- Premiere hat. Im Anschluss diskutieren Viola Raheb von Pro Oriente und der Rektor der Katholischen Privat-Universität Linz, Christoph Niemand über die Themen des Films.
Moviemento Linz, Dametzstraße 30, 21. November 2023, 18 Uhr,
Eintritt frei

Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
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