Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Die derzeit im Zukunftswege-Prozess „Kirche weit denken“ vorgesehenen 35 Pfarren in Oberösterreich sind keine „Oberpfarren“. Sie sollen für die „Zwischenräume“ der jeweils zugeordneten Pfarr-Gemeinden da sein. Generaldechant Slawomir Dadas stellte dies bei der Dechantenkonferenz im Bildungshaus Schloss Puchberg letzten Donnerstag klar. Die Pfarren sollen Aufgaben und Angebote übernehmen, die die Pfarr-Gemeinden nicht mehr leisten können – und zusätzlich gemeinsame Akzente aller Pfarr-Gemeinden setzen. Bei den Dechanten ging es, ebenso wie tags zuvor beim Priesterrat im Linzer Priesterseminar, vor allem um die neuen Rollen der Seelsorger und des hauptamtlichen Personals. Sowohl die Pfarren als auch die Pfarr-Gemeinden sollen „kooperativ“ geleitet werden, nämlich in Leitungsteams. Diskutiert wurde, ob es nicht trotzdem eine Letztverantwortung geben müsse.
In beiden Gremien wurden die Gespräche in einer sehr sachlichen und, trotz unterschiedlicher Meinungen, doch in der Grundhaltung einigen Atmosphäre geführt. An Reformen führe kein Weg vorbei, war klar. Die Verantwortlichkeiten sollten möglichst nahe bei den Handelnden, nämlich den Pfarr-Gemeinden liegen, wurde etwa vorgebracht. Um die Frage „Bin ich noch Pfarrer, wenn ich nicht allein das Sagen habe?“, dürfe es nicht gehen, betonte etwa Bischof Manfred Scheuer. Die Fußwaschung am Gründonnerstag lege eine andere Haltung nahe. Dass auch Pfarrer eine Beheimatung in einer Gemeinde brauchen, wurde betont. Zur Frage, ob sie neben der Pfarre auch für eine Pfarr-Gemeinde Leitungsaufgaben haben sollten, gab es unterschiedliche Meinungen. Im Mai wird es ein Treffen der Äbte zum Zukunftsweg geben.
Angekündigt wurde, dass am Pfingstsamstag 2020 im Linzer Mariendom ein Festgottesdienst zum Abschluss des Zukunftsweg-Prozesses gefeiert werden soll.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Turmeremitin Birgit Kubik berichtet über ihre Woche in der Türmerstube hoch oben im Mariendom Linz >>

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