Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Strände voller Plastik, hochgiftige Deponien, verseuchtes Wasser. Bilder von den enormen Umweltproblemen lösen bei vielen Menschen ein Gefühl der Ohnmacht aus. Die junge Theologin Elisabeth Höftberger will das nicht als Ausrede gelten lassen, nichts zu tun: „Es ist für jeden möglich, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und etwas zum Positiven zu verändern.“ Höftberger leitet das Team „Schöpfungsverantwortung“ in Bad Ischl, das aufzeigen will, wie ein nachhaltiger Lebensstil funktionieren kann.
In ökumenischer Eintracht kehren die katholische und die evangelische Pfarre in Bad Ischl dabei zuerst vor den eigenen Türen. So hat das im Herbst 2017 gestartete Umweltprojekt „raise aWAREness“ analysiert, was am Einkaufszettel der Pfarren (katholisch und evangelisch) in Bad Ischl steht. Vor allem Lebensmittel, Büroartikel und Haushaltsreiniger wurden unter die Lupe genommen. Der Fair-Trade-Kaffee und die regionale Belieferung von Buffets durch die Ortsbäuerinnen stachen positiv in puncto Nachhaltigkeit hervor.
Im Zuge des Projekts hat man dennoch einige Verbesserungen in die Wege geleitet. Dazu zählt, dass es zur Müllvermeidung ab sofort kein Wegwerf-Geschirr mehr im Pfarrcafé gibt und die Jungscharkinder mit Recyclingmaterialien basteln.
Ein weiterer Ansatzpunkt des Projekts ist, unter dem Stichwort „raise“ (zu Deutsch: steigern) bestehende Umweltinitiativen zu vernetzen und bekannter zu machen. „aWAREness“ (Bewusstsein, Achtsamkeit) steht dafür, Menschen zu befähigen, ihren Lebensstil zu reflektieren und bewusst einzukaufen. Etwa wenn es darum geht, ob man im Geschäft zum Bio-Paprika aus Griechenland greift oder lieber ein regionales Gemüse ohne Bio-Bezeichnung kauft. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist, dass die Konsumenten Entscheidungsgrundlagen haben“, meint Höftberger. Eine geballte Ladung der dafür nötigen Infos wird es bei einer Aktionswoche im Herbst 2018 (21. bis 30. September) in Bad Ischl geben: unter anderem mit biofairem Kochkurs und einer Produktmesse mit lokalen Anbietern.
Bereits jetzt wurde das Team „Schöpfungsverantwortung“ (katholische Pfarre und evangelische Pfarre Bad Ischl) für dieses Engagement am 18. Juni in Wien mit dem kirchlichen Umweltpreis ausgezeichnet.
Ebenfalls geehrt wurde das Dekanat Weyer mit einem Sonderpreis für ihr Plastikfasten-Projekt (die KirchenZeitung berichtete). Alle neun Pfarren des Dekanates Weyer von Ternberg bis Gaflenz beteiligten sich in der Fastenzeit an dem Projekt, das sich mit Alternativen zum Kunststoff auseinandersetzt. «

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