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Ein Preis zeigt Alternativen zur Ego-Gesellschaft

75 Jahre KirchenZeitung

Seit 1994 stärkt die „KirchenZeitung“ solidarisches Handeln mit dem „Solidaritätspreis“.

22.10.2020
- Paul Stütz
Erfinder des Solidaritätspreises: Ernst Gansinger, Redakteur bei der 'KirchenZeitung' von 1981 bis 2016.
Erfinder des Solidaritätspreises: Ernst Gansinger, Redakteur bei der "KirchenZeitung" von 1981 bis 2016.
© KiZ/Litzlbauer

Die Entsolidarisierung und die zunehmende Dominanz von egoistischen Einstellungen, wo sich jeder selbst der Nächste ist, waren der kritische Befund über die Gesellschaft im Österreich Mitte der Neunzigerjahre, der damals in der ­Redaktion der „KirchenZeitung“ breit diskutiert wurde. „Unser Slogan war: ,Wir zeigen, dass es anders geht‘. Das war einer der Hauptgründe, den Solidaritätspreis zu gründen, um der Egogesellschaft etwas entgegenzuhalten“, erinnert sich der langjährige „KirchenZeitung“-Redakteur und Erfinder des Solidaritätspreises Ernst Gansinger. Zudem stand das 50-Jahr-­Jubiläum der „KirchenZeitung“ kurz bevor. „Wir fanden, dass allein das zu feiern schön ist, aber dann doch zu wenig“, betont Gansinger. Mit dem Solidaritätspreis setzte die „KirchenZeitung“ ein Ausrufezeichen und rückt seither Menschen ins Licht der Öffentlichkeit, die sich um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetzen. „Und uns ging es immer auch darum, diese Menschen untereinander zu vernetzen und deutlich zu machen, dass sie mit ihrem Engagement nicht allein sind“, sagt Gansinger.

 

Bühne geben

Die „KirchenZeitung“ will allen Preisträger/innen bei der Preisverleihung eine ansprechende Bühne geben. Zum Selbstverständnis des Solidaritäts­preises gehört zudem, dass die ausgezeichneten Personen auch unbequem sein ­dürfen. Manchmal legen die Preisträger/innen auch direkt bei der Verleihung den Finger in die offenen Wunden der Gesellschaft. Etwa die Bettellobby, die den Umgang mit Menschen, die in Armut leben, bei der Verleihung thematisierte.

 

Solidarität kann provozieren

Solidarität zu leben, das kann auch provozieren. Die zahlreichen Initiativen für ­Flüchtlinge haben etwa auch Ablehnung in der ­Bevölkerung hervorgerufen. Das hält aber viele solidarisch denkende Menschen nicht von ihrer Arbeit ab. Einige Freiwillige, die sich für Asylsuchende einsetzen, wurden mit dem Solidaritätspreis der „KirchenZeitung“ ausgezeichnet. Darunter Viktoria Dieringer aus Saxen, die beim Sprachkurs für Flüchtlinge mithalf und als 12-jährige die bis dato jüngste Oberösterreicherin ist, die als Einzelperson 2016 den Solidaritätspreis der „KirchenZeitung“ erhielt.
Der Solidaritätspreis ist auch nach über 25 Jahren eine starke Stimme, die den ­Zusammenhalt in der Gesellschaft einmahnt und Brücken bauen hilft, zwischen den Generationen, den Religionen und den ­Nationalitäten.

 

Die allererste Ausgabe des "Linzer Kirchenblatts" und das "Jubiläums-Magazin" gibt es nun auch zum Durchblättern und Lesen: www.kirchenzeitung.at/75 

 

Mehr zum Thema 75 Jahre KirchenZeitung

 

Geleitwort des Herausgebers Bischofsvikar Willhelm Vieböck

Brief des Bischofs Dr. Manfred Scheuer

Sternstunden der KirchenZeitung

Digitalisierung und KirchenZeitung

Alltag in der KirchenZeitung

Kirche UND Kunst

Musikgenuss am Dom

Sie war bei der Gründung des „Linzer Kirchenblatts“ dabei

Wie der Himmel im Alltag

Gemeinsam eigenständig: Die Kooperationszeitungen

Antworten auf Lebensfragen

"Fröhliche Urständ"

Anfangszeiten des Solidaritätspreises: Die Aktivistinnen Südböhmische Mütter gegen Atomgefahren (im Bild die heutige Grünpolitikerin Dana Kuchtova) bekamen den Solidaritätspreis im Jahr 1996 verliehen.
Anfangszeiten des Solidaritätspreises: Die Aktivistinnen Südböhmische Mütter gegen Atomgefahren (im Bild die heutige Grünpolitikerin Dana Kuchtova) bekamen den Solidaritätspreis im Jahr 1996 verliehen.
© kiz/archiv
Manfred Strutzenberger wurde 1995 für sein soziales Engagement ausgezeichnet.
Manfred Strutzenberger wurde 1995 für sein soziales Engagement ausgezeichnet.
© kiz/archiv
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