Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Die Bundesregierung will Sonntagsarbeit in Ausnahmen zulassen: Höchstens vier Mal im Jahr soll die gesetzlich geregelte Wochenend- und Feiertagsruhe aufgehoben werden können, so steht es im Regierungsprogramm. In Bad Ischl dürfen rund um den Kaisergeburtstag die Geschäfte am Sonntag aufmachen und dafür Personal beschäftigen. Das Land OÖ erlaubt auch in Wels einigen Geschäften, an Adventwochenenden aufzusperren. Alles nur Ausnahmen, also kein Grund zur Aufregung? Mitnichten, meinten Vertreterinnen und Vertreter der Allianz für den freien Sonntag letzte Woche bei einer Podiumsdiskussion in Stift Schlägl. Ausnahmen würden zur schleichenden Aushöhlung des arbeitsfreien Sonntags führen.
Auf dem Podium saßen Landespolitiker/innen von ÖVP, FPÖ und SPÖ. Die Grünen – die die Allianz ausdrücklich unterstützen – fehlten krankheitsbedingt. Erich Pilsner, ehemaliger Landtagsabgeordneter der SPÖ, sprach sich klar gegen Ausnahmen aus: Wenn die gesetzlichen Bestimmungen „auch nur so weit geöffnet würden, dass ein Blatt Papier durchpasst, wird es bald mehr“. Ulrike Wall von der FPÖ und Georg Ecker von der ÖVP bekannten sich ebenfalls zum arbeitsfreien Sonntag, wollten jedoch Ausnahmen nach eingehender Prüfung zulassen – um Wirtschaftsstandorte und Tourismus zu sichern. Das Tourismus-Argument sei zu hinterfragen, so eine Reaktion aus dem Publikum: Tourist/innen würden nicht wegen des sonntäglichen Konsums kommen. Georg Ecker erläuerte anhand von Beispielen die Notwendigkeit flexibler Arbeitszeiten, damit regionale Betriebe im internationalen Wettbewerb bestehen können. Dass sich Sonntagsarbeit auf freiwilliger Basis regeln lässt, wiesen Mitglieder der Allianz jedoch zurück. Österreich-Koordinator Markus Blümel verabschiedete die Politiker/innen mit einer Bitte: „Bitte seien Sie Botschafter der Allianz, auch wenn es um Ausnahmen geht.“

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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