Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Wenn Martin Gumpoldsberger verreist, sucht er das Abenteuer. „Das ist ein Teil meines Lebens, den ich nicht missen möchte“, sagt er. Bisweilen kann das gefährlich werden. Etwa wenn er eine Motorradtour durch Südostasien macht und am Rande des Dschungels herumkurvt. „Die Straßenverhältnisse dort sind ein Wahnsinn“, erinnert er sich an diese Reise vor zwei Jahren. Nicht nur für ihn selbst ist das aufregend, sondern auch für seine Eltern, die dann zu Hause um ihren Sohn zittern. Um das Nervenkostüm von Mutter und Vater zu schonen, hat er letzten Sommer mit Rom ein harmloseres Ziel ausgewählt. „Sie sollten einmal einen angenehmeren Sommer verbringen“, erzählt der 28-jährige Riedauer.
Seinem Anspruch, ungewöhnlich zu reisen, bleibt er mit dieser Tour dennoch treu. Martin Gumpoldsberger geht fast 1500 Kilometer zu Fuß von Riedau nach Rom. Dazwischen paddelt er 60 Kilometer über den Gardasee. Die Nächte verbringt er in seinem Zelt oder in Herbergen. Er marschiert in Österreich durch den strömenden Regen, überschreitet hohe Alpenpässe, sammelt dabei 30.000 Höhenmeter bergauf, verliert in 50 Tagen fünf Kilo an Gewicht. Im Süden kämpft er gegen die unendlich eintönige Strecke der Poebene und mit der großen Hitze bis zu 47 Grad im Schatten. Rückblickend sagt er: „Auch die extremen Witterungsbedingungen sind mir positiv in Erinnerung geblieben. Glück wird ja erfahrungsgemäß erst außerhalb der Komfortzone wirklich spürbar.“
Für den Studenten hat die Unternehmung eine starke spirituelle Komponente. „Eine weite Strecke zu Fuß zu bewältigen, lässt mich Gott näherkommen und die Welt besser verstehen.“ Die meiste Zeit ist er auf seinen Wegen alleine unterwegs. „Das ist eine Art Selbstständigkeitsbeweis.“ In seinen Gedanken hat er auf dem Weg nach Rom immer zwei Wegbegleiter. Seinen im Jahr 2010 bei einem Unfall verunglückten Bruder und seinen an Krebs erkrankten Nachbarn. In jeder Kirche zündet er ein Kerzerl für beide an. Sehr emotional auch der Moment, als er Anfang September am Ziel seiner Reise beim Petersdom eintrifft. „Da habe ich schon Tränen der Freude vergossen.“

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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