Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
Dabei machten es sich die Eberschwanger keineswegs leicht: Nicht mit Metallschrauben, sondern mit Holznägeln verbanden sie die Balken des Fachwerkgerüsts. In die Zwischenräume wurden Weidenstäbe eingeflochten. In den Frühlingsmonaten sollte hier der mit Stierblut und Jauche eingesumpfte Lehm aufgetragen werden.
„Das dauert so lange, weil der Lehm beim Trocknen bricht und immer wieder nachgebessert werden muss“, erläuterte Pfarrer Stefan Enzenhofer. Auch die Fenster wurden original angefertigt: Kein Glas, sondern aufgezogene Rinderblasen bildeten die „Scheiben“.
Ursprünglich hätte bloß ein Modell der Taufkirche für einen Festwagen zur 1100-Jahr-Feier von Eberschwang entstehen sollen. „Aber da hat man nur viel Aufwand und nachher nichts mehr davon“, erzählte Enzenhofer. Also entschloss sich die Pfarre, die Taufkirche als Kapelle wieder zu errichten. Ein Archäologe stellte das nötige Wissen um die Bauweise von Kirchen im Frühmittelalter zur Verfügung.
„Bis zu zwanzig Leute haben an manchen Tagen gearbeitet [...]“, freute sich Pastoralassistentin Marianne Pichlmann über die Mithlife in der Bevölkerung beim Kapellenbau. Sie und der Pfarrer hatten zuvor gemeinsam die richtige Stelle für die Errichtung der Kapelle gefunden: auf einem Hang mit herrlichem Ausblick. Der Grundbesitzer war so begeistert, dass er das Holz für das Dach spendete. Die Quelle oberhalb wurde in die Kapelle geleitet und fließt seither in ein steinernes Taufbecken aus der Römerzeit.
Mit der Kapelle entstand vor 20 Jahren neben der Pfarrkirche ein zweiter heiliger Ort in Eberschwang. In den Jahren 2017 bis 2020 wurde sie generalsaniert. Bis heute lädt sie als Ort der Stille und der inneren Einkehr Menschen zum Besuch und zum Verweilen ein.

Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
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