Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Die Sonne brennt an dem strahlenden Frühlingsnachmittag herunter auf Wernstein. In der Kirche ist es mit 19 Grad dagegen noch angenehm temperiert. „Für die Blumen wäre ein bisschen kühler noch besser. Zehn Grad ist die ideale Blumentemperatur“, erzählt Gerhard Ammerstorfer, während er den Rosen Wasser gibt. In der warmen Jahreszeit hält die Blütenpracht kaum länger als eine Woche. Die Arbeit am Blumenschmuck ist aber nicht nur im Sommer arbeitsintensiv. Mehrere Stunden pro Woche ist der Wernsteiner, der bei einer Sonnenschutzfirma arbeitet, damit ehrenamtlich beschäftigt.
Seit einem knappen Jahr kümmert sich der zweifache Familienvater hauptverantwortlich um die Blumen in der Kirche, unterstützt durch ein paar Helferinnen.
Erste Erfahrungen in dem Metier hat er schon vor zehn Jahren gesammelt, als er zur Erstkommunion seines Sohnes Tobias den Kirchenraum mit Gestecken schmückte. Dass er sich in einer klassischen Frauendomäne bewegt, hat für den gelernten Gärtner dabei keine große Bedeutung. „Es macht mir einfach eine Freude, die Kirche noch schöner zu machen“, meint der 47-Jährige, der auch im Familien- und Freundeskreis gerne Blumengeschenke macht. Als Blumenschmücker kann er seine kreative Ader voll ausleben. „Ich arbeite gerne die Symbolik heraus“, sagt er und zeigt seine gelungensten Werke am Handy her. „Zur Firmung habe ich zum Beispiel beim Gesteck unten ein Holz hingelegt und oben mit roten und orangen Blumen die Flammen dargestellt“, erzählt er. Anregungen holt er sich dazu häufig aus dem Internet.
Nicht nur das Stecken, sondern auch das Auftreiben der Blumen gehört zu seinen Aufgaben. Das Material für seine Gestecke wird in der Regel aus den Reihen der Kirchgänger gespendet. Zu manchen Leuten darf er direkt in den Garten kommen und sich die Blumen holen. Großer Ansporn ist, wenn positive Rückmeldungen zum Blumenschmuck in der Kirche kommen. Ammerstorfer: „Früher machte ich die Blumengestecke für daheim, jetzt sind sie für alle Kirchenbesucher sichtbar.“
Wissen: Blumen im Marienmonat Mai
Blumen haben im Christentum eine große symbolische Bedeutung. Im Marienmonat Mai steht die Lilie im Mittelpunkt. Die weiße Lilie symbolisiert das Licht. Sie ist ein Symbol für Reinheit, Unschuld und Jungfräulichkeit – steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Gottesmutter Maria. Vor Marienbildchen, kleinen Marienaltären oder auf Fresken findet man die weiße Lilie häufig.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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