Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Ein Pilotversuch in der Steiermark hatte bereits im Jahr 2000 voll eingeschlagen. Aufgrund der positiven Resonanz wurde die Wallfahrt im darauffolgenden Jahr österreichweit ausgeschrieben. Die Diözesansekretärin der Katholischen Frauenbewegung (kfb) in der Steiermark, Maria Irnberger, berichtete jedoch von anfänglicher Skepsis. „Die einen fürchteten, dass das ein Flop werde, weil es doch kaum Motorrad fahrende Frauen gebe – und wenn, dann gingen die sicher nicht wallfahren; die anderen hatten Angst, dass die Wallfahrt zu einer Gaudi einer wilden Bikertruppe verkommt“, erinnerte sich Irnberger im Gespräch mit der Kirchenzeitung.
Doch bereits im Vorfeld zeigte sich, dass die Idee auf eine gute Resonanz stieß: „Wir bekamen erstaunlich viele positiv überraschte Rückmeldungen, dass ausgerechnet die kfb so etwas anbietet“, erzählte sie. Die Kombination „Frauen, Motorrad und Wallfahrt“ sollte funktionieren. „Es war das unkonventionelle Zugehen von Kirche auf Frauen, das Aufmerksamkeit erregt hat. Eine Rolle spielte auch, dass gerade in der Motorradszene Frauen oft nur Anhängsel sind. Für viele Bikerinnen war es daher besonders reizvoll, dass wir erstmals in Österreich ein derartiges Angebot von Frauen für Frauen organisiert haben“, erklärte Irnberger.
Sie erklärte, dass viele die Verbindung einer Motorradtour mit einer Wallfahrt gereizt habe. Gerade Motorradfahrerinnen und -fahrer seien sich bewusst, dass sie vergleichsweise gefährdet unterwegs seien, weshalb sie den Segen Gottes auf ihren Wegen gut gebrauchen könnten. Und selbst jene Fahrerinnen und Fahrer hätten am geistlichen Programm teilgenommen, die ansonsten nur wenig Kontakt zur Kirche hätten.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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