Linz. Die heimische Fleischwirtschaft wird durch Billigstlöhne und osteuropäische Leiharbeiter in Deutschland bedroht. Im Rahmen einer Pressekonferenz vergangene Woche machten die Präsidenten der Landwirtschafts-, Arbeiter- und Wirtschaftskammer auf die Auswirkung von Lohndumping im nördlichen Nachbarland aufmerksam. „Deutsche Schlacht- und Zerlegungsbetriebe umgehen Mindestlöhne und Sozialabgaben und verschaffen sich so einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber heimischen Betrieben“, erklärt LK-Präsident ÖR Franz Reisecker. Viele Arbeitsschritte werden an Personalfirmen aus dem Osten vergeben, die ihre Arbeiter mit Knebelverträgen ausbeuten. Die Folgen für OÖ: Der Druck auf die Arbeitnehmer steigt, Betriebe wandern ab, die Versorgung ist gefährdet. „In Deutschland gibt es in vielen Branchen keine Mindestlohnregelung, weder durch Gesetz noch durch Tarifvertrag“, erzählt WK-Präsident Dr. Rudolf Trauner. Die Sozialpartner fordern daher, dass sich die EU mit diesem Problem beschäftigen muss, denn auch andere Mitgliedsländer sind betroffen. Rudolf Großfurtner, Betreiber eines Schlachthofs in Utzenaich erzählt: „In Österreich kostet das Schlachten und Zerlegen eines Schweines ca. 25 Euro. Die Deutschen machen es um die Hälfte.“ Auch AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert verbindliche Mindestlöhne und strengere Kontrollen.