Rund eine halbe Million Österreicher/innen leben für einen längeren Zeitraum im Ausland, nicht wenige schon seit Jahrzehnten. Sie bleiben aber österreichische Staatsbürger, seit 1989 haben sie sogar das aktive Wahlrecht.
Der Weltbund der Auslandsösterreicher, der von 5. bis 8. September 2013 in Linz tagte, will einen Schritt weitergehen und setzt sich nun für das passive Wahrecht ein. Bislang ist die Voraussetzung für eine Nationalrats-Kandidatur ein ordentlicher Wohnsitz in Österreich. Eine Änderung der Verfassung wäre dazu notwendig, sagt Jürgen Em vom Weltbund-Vorstand. Das ist aber keine unüberwindbare Hürde. Er weist darauf hin, dass in Kroatien, Italien oder Frankreich im Ausland lebende Bürger/innen eine institutionalisierte Vertretung in ihren Parlamenten haben. Um ihrem Anliegen mehr Gewicht zu verleihen plant der Weltbund die „Herzensösterreicher“ – wie sie vom Vorstand gerne genannt werden – zu motivieren, sich in die Wählerevidenz aufnehmen zu lassen. Zur Zeit machen nur 50.000 von ihrem Wahlrecht Gebrauch, 2015 sollen es 100.000 tun, so das ehrgeizige Ziel. (Für einen Parlamentssitz sind rund 40.000 Stimmen notwendig.) Zusätzlich zum Auslandsösterreicher-Weltbund hat Landeshauptmann Josef Pühringer 2007 das Netzwerk „Oberösterreich International“ ins Leben gerufen, das bereits 732 Mitglieder hat.