Wenn eine Pfarre zu Familiengottesdiensten einlädt, tut sie nicht nur etwas für Kinder, sondern wird auch selbst beschenkt: mit Lebendigkeit und der Herausforderung, die Bibeltexte auf den Punkt zu bringen.
Aus 158 Pfarren sind im Pastoralamt der Diözese Kinderliturgieteams gemeldet. Es dürften aber weit mehr Pfarren sein, in denen Kinder- und Familiengottesdienste ihren festen Platz haben. In der Pfarre Linz-Heiliger Geist sind drei Vorbereitungsteams und eine Einzelperson aktiv. Gottesdienste für die jüngsten und jungen Pfarrmitglieder haben dort Tradition. Eine Besonderheit sind dabei die KIDS-Gottesdienste, in denen Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren einbezogen sind. „An vielen Sonntagen stellen wir in unserer Pfarre die Kinder in die Mitte. Ich denke, das ist zutiefst jesuanisch, ganz im Sinne Jesu“, sagt Pastoralassistentin Ursula Jahn-Howorka: „Bei all unseren Gestaltungen geht es um die Verbindung von Hirn, Herz und Körper. Dass die Liturgie nicht nur wortlastig ist, das tut auch den Erwachsenen gut.“
Beten am Puls der Zeit
Für die Theologin sind Familienliturgien keine Einbahnstraße, wo Erwachsene etwas für die Kinder gestalten, sondern die Pfarre bekommt auch viel zurück: „Kinderliturgien halten die Gemeinde lebendig, von neuen Liedern angefangen bis zu ansprechenden Gebeten und Symbolen. So bleibt man am Puls der Zeit.“ Das unterstreicht Michaela Druckenthaner. Sie ist die Referentin der Diözese für die Kinderpastoral: „Die Gemeinde erlebt dank der Kinder Unmittelbarkeit, Freude und Spontanität. Das spricht an.“ Ursula Wiesinger bereitet seit 20 Jahren in der Pfarre Linz-Guter Hirte Kindergottesdienste vor. Zuallererst ist ihr Engagement für sie selbst ein Impuls, sich mit dem eigenen Glauben zu beschäftigen. Im Blick auf die Kinderliturgie heißt das für sie: Auseinandersetzung mit dem Sonntagsevangelium. „Man muss die Botschaft des Evangeliums auf den Punkt bringen, erst dann kann man sie weitergeben. Die Kinder entlarven einen schnell, wenn man sich herumschwindeln will.“
Mut zur Bibel
Der Studientag „Kinder- und Familiengottesdienst“ hat die Heilige Schrift zum Thema. Manche Vorbereitungsgruppen schrecken vor der Beschäftigung mit den biblischen Lesungen zurück. Sie greifen lieber zu Geschichten, weiß Druckenthaner. Sie möchte aber zum Umgang mit Bibeltexten in Kinder- und Familiengottesdiensten ermutigen: „In der Bibel findet sich die Geschichte Gottes mit uns Menschen. Andere Geschichten können dazu hinführen, aber die Bibel steht im Mittelpunkt.“
„Im Anfang war ... das biblische Wort“, Studientag Kinder- und Familiengottesdienst am Sa., 23. November 2013 im Bildungshaus Schloss Puchberg, http://linz.jungschar.at/kinderliturgie