Im Garten ist es so und auf der Erde überhaupt: Es gedeiht nicht richtig, wenn Böden ausgelaugt sind. Es wächst auch nicht gut, wenn sie überdüngt wurden. Auf die Bodenverhältnisse kommt es (neben Wetter und Schädlingen) ganz entscheidend an, ob etwas wächst. Man muss darauf achten.
Auch der Boden des Menschseins verlangt Behutsamkeit. Da kommt es dann nicht auf die richtige Düngemischung aus Phosphor, Kali und Stickstoff an, sondern ob genug Vertrauen im Boden ist – dass nicht beim ersten Sturm gleich alles zugrunde geht. Und Zeit lassen muss man dem, was wächst. Manchmal braucht ein Bäumchen halt noch ein Jahr – und ein Mensch auch. Bodenbelastung durch giftige Stoffe sind ein längst erkanntes Problem – wie sie sogar das Grundwasser verseuchen. Im Menschlichen ist es das Gift des Neides und der Gleichgültigkeit am Nächsten, das Böden sauer und Grundwasser giftig macht. Da wächst nichts Gutes mehr. Vor allem der Friede hat es schwer auf solchem Boden. Die Freude auch. Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich Serbien den Krieg. Es war kein guter Boden damals. Heute muss man ihn pflegen, damit morgen Menschen darauf leben können.