Erlesene Speisen, kostbare Weine, raffinierte Schönheitspflege und moderne, exquisite Möbel, ein Leben in „Sorglosigkeit“ und „Selbstsicherheit“, ab und zu versehen mit einem religiösen Anstrich . . . Inhaltsverzeichnisse von Zeitschriften und Magazinen klingen doch ähnlich? Am schlimmsten aber laut Amos: „Ihr sorgt euch nicht um den Untergang Josefs“, d. h. des Landes und seiner Menschen. Soziale Ungerechtigkeit führt unweigerlich zur Zerrüttung einer Gesellschaft.Amos 6, 1a. 4–7Weh den Sorglosen auf dem Zion und den Selbstsicheren auf dem Berg Samaria. Ihr liegt auf Betten aus Elfenbein und faulenzt auf euren Polstern. Zum Essen holt ihr euch Lämmer aus der Herde und Mastkälber aus dem Stall. Ihr grölt zum Klang der Harfe, ihr wollt Lieder erfinden wie David. Ihr trinkt den Wein aus großen Humpen, ihr salbt euch mit dem feinsten Öl und sorgt euch nicht über den Untergang Josefs. Darum müssen sie jetzt in die Verbannung, allen Verbannten voran. Das Fest der Faulenzer ist nun vorbei.