Auf Einladung des Linzer Laientheologenzentrums und des Religionspädagogischen Institutes gestaltete der Neutestamentler Prof. Dr. Walter Kirschläger vergangene Woche einen Studientag zum Thema „Klerus – Laien – Ämter“. Ausgehend von der Einrichtung und Entwicklung kirchlicher Dienste und Ämter im Neuen Testament thematisierte Kirchschläger die Frage, wieweit kirchliche Strukturen erneuerbar sind.Vom Beginn der Kirchengeschichte an, also noch zur Zeit Jesu und der Apostel, sei die Vielfalt kirchlicher Dienste grundlegend gewesen. Stets haben sich Ämter der Kirche als Reaktionen auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zeit entwickelt.Es gelte also auch heute, zu schauen, was not-wendig ist. Nicht sosehr die zentrale Kirchenleitung oder ein allgemeingültiges Detail-Kirchenrecht, sondern vielmehr die Ortskirchen sind aufgefordert, konkrete Aufgaben zu erfüllen. Es komme daher, so Kirchschläger, im Wesentlichen den Diözesen zu, Dienste und Ämter für den eigenen Bereich festzulegen und zu ordnen. Ob in Jesu Nachfolge ChristInnen als geweihte Priester oder als beauftragte kirchliche MitarbeiterInnen ihrer Berufung nachkommen, ist keine Hauptfrage.Ausgangspunkt der angeregten Diskussion, an der sich über 60 TeilnehmerInnen beteiligten, waren übrigens jene Beiträge von Univ.Prof. Dr. Herbert Haag zur Amtsfrage, die im vergangenen Herbst in der Kirchenzeitung für Aufsehen und heftige Leserdiskussionen gesorgt hatten.